00:00:05:
00:00:14: Hallo und herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe meines Podcasts.
00:00:19: Ich freue mich sehr, dass Sie sich ja in dieser Woche für Wirtschaft- und Wirtschaftspolitik interessieren!
00:00:26: Die Wahlergebnisse haben klar gemacht was wir eh schon länger wissen.
00:00:30: Es steht nicht gut um das Wirtschaftspolitische Verstätten der Deutschen.
00:00:36: So gewinnt in Berlin eine Partei die Wahlen mit dem Versprechen, das Problem von zu hohen Mieten und mangelnden Wohnungen durch die Enteignung verhandener Wohnungen lösen zu wollen.
00:00:49: Dabei passiert was ganz anderes Es gibt nicht mehr Angebot sondern weniger Angebote.
00:00:54: diese Maßnahme.
00:00:55: es wird weniger investiert, weniger gebautes Zeigungsstudien und perspektivisch wird so das Problem der Wohnungsnot nicht gelindert sondern deutlich verschärft.
00:01:05: Da gibt es umgekehrt an der Regierungspartei, die SPD.
00:01:07: Die glaubt eine Strukturkrise lösen zu können in dem man ähnlich wie wer der großen Depressioner dreißig Jahre große Kultur- und Ausgabenprogramme startet.
00:01:19: Ein New Deal soll Deutschland wieder vordermann bringen so die SPD.
00:01:24: Beide Beispiele zum einen die Vorstellung man könne mit der Ereignung Wohnraum schaffen oder die Vorstellungen Man könne durch staatliche Ausgabe Programme die Probleme Deutschlands lösen und erstreichen, wie schlecht es steht um das wirtschaftspolitische Verständnis in Deutschland.
00:01:42: Und damit sind wir zum einen im heutigen Podcast beim heutigen Gesprächspartner.
00:01:46: Zum anderen sind wir aber auch generell bei der Nullwendigkeit eben in Deutschland mehr zur Aufklärung beizutragen wenn es darum geht wie funktioniert Wirtschaft.
00:01:56: was sind richtige Maßnahmen?
00:01:58: Was sind nicht die richtigen Maßnahmen?
00:02:00: Und dieser Podcast Sie wissen ist versucht hier ein klein Beitrag zu leisten Und deswegen würde ich mich sehr freuen, wenn Sie bei Gelegenheit mal diesen Podcast bewerten in der jeweiligen Podcast-App mit der sie podcast hören und zum anderen vielleicht auch im Bekartenkreis auf BTO hinweisen.
00:02:17: Denn das war immer mein Ziel – Ich wollte immer ein weiterer Gleisten für eine Verbesserung der wützselpolitischen Diskussion des Wetzelpolitischen Verständnisses in Deutschland.
00:02:26: Würde ich freuen, dass Sie sich eine Bewertung hinterlassen.
00:02:29: Das hilft mir!
00:02:30: Das hilft dem Podcast!
00:02:31: Das helft allen die sich für Wirtschaft interessieren.
00:02:34: In diesem Sinne fangen wir also an.
00:03:12: Doch so ist es nicht.
00:03:15: Es gibt zwar eine Erholung, die zum Teil mit den Staatsausgaben zusammenhängt – zum anderen sind das aber einfach Sondereffekt der Rolle spielen.
00:03:22: unter anderem profitiert Deutsche Wirtschaft auch davon dass andere Länder stärker von dem Konflikt im Iran getroffen sind.
00:03:31: Stichwort Straße vor Normus.
00:03:33: Trotzdem wollen wir uns über freuen, dass die Wachstumsrate zugelegt hat.
00:03:38: Problematisch ist was anderes.
00:03:39: Problematischer ist das nach zwei guten Jahren wie bereits im dritten Jahr, bereits im Jahr zweitausend und achtundzwanzig wieder auf ganz tiefe Wachstumsraten von nur noch nur über vier Prozent zurückfallen werden.
00:03:54: Noch was ist zu tun?
00:03:56: Zum einen gibt es jene die sagen wir wollen Reformen haben.
00:04:00: Kanzler Merz hat aber betont dass er einem Reformprogramm festhalten möchte.
00:04:05: Auf der anderen Seite zieht die SPD aus dem Wahlergebnis andere Schlüsse.
00:04:09: so ist es zumindest zu hören.
00:04:12: Manuela Schwesig gilt als Vorbild.
00:04:15: Was hat Frau Schwesik gemacht im Wahlkampf?
00:04:17: Nun, sie hat einen Wahlkampffetrieben dess.
00:04:20: wir halten am Status vor fest es gibt keine Reform und nun zeichnet sich ab dass die SPD nicht nur keine Reform machen möchte sondern in eine ganz andere Richtung zieht.
00:04:31: Sie möchte ein New Deal für Deutschland.
00:04:35: nicht zufällig eutiert zu sich hier an dem Wortbegriff von Franklin Roosevelt, der in den Dreißigerjahren mit einem New Deal die große Depression in den USA bekämpfte.
00:04:47: Ich finde es witzig dass man das vergleicht denn damals gab es in den U.S.A.
00:04:54: ungefähr forty-fünfzig Prozent Arbeitslosigkeit.
00:04:56: heute in Deutschland liegen wir bei ungefähr sechsund halb Prozent.
00:05:00: da sieht man schon das ganze hinkt aber zeigt eigentlich das Denken des Sozialdemokraten.
00:05:05: Wir müssten einfach nur mehr Geld auf alle Probleme werfen Und dann wären diese Probleme auch beseitigt.
00:05:12: Ich denke, sie sind nicht beseitet – Sie werden nur unterdrückt!
00:05:17: Die Gefahr ist groß, dass die Regierung nun zu gar keinen Reformen findet.
00:05:21: Da muss man sich sagen das liegt doch an uns, an den Wählern, dass wir nicht ausreichend dafür Werbung machen, dass wirklich Reformer folgen müssen.
00:05:29: Es liegt aber auch an der Art und Weise wie bisher Reformen versucht wurden.
00:05:33: Denn wir wissen, was letzten Monaten als Reformen verkauft wurde war meist nichts anderes als der Versuch des Staates mehr Einnahmen zu generieren.
00:05:44: Mehr Einnahmen zugenerrieren genügt aber nicht als Reform, wirkliche Reformen würden beim Staat ansetzen und den Staat kleiner machen, effizienter machen und eben auch die Ausgaben des Staats entsprechend kürzen.
00:05:57: Wir wissen dass die Nachfrageprogramme der SPD am Ende nicht wirken würden.
00:06:02: Wir werden zum einen jetzt schon sehen das es wachstum wieder zurückgeht, zum anderen wissen dass die Staatsschuld selber natürlich negativ wirkt auf das Wachstum.
00:06:11: Das können wir in anderen Ländern beobachten.
00:06:13: Wir sehen, dass die Schulden dazu führen, dass es ins Last hochgeht und der Staat nicht den Spielraum hat für andere Ausgaben und damit der Konsolidierungsdruck zunimmt und quasi die Probleme in ein paar Jahren durch die Größe sind als sie heute schon sind.
00:06:27: Ich denke, die gute Konjunktur, die wir jetzt gerade haben – das bessere Wachstrom wäre die Gelegenheit Reform durchzusetzen!
00:06:35: Wir sollten jetzt wirklich längeres Arbeiten attraktiver machen.
00:06:38: Wir müssen Investitionshärmisse abbauen und wir müssen die staatlichen Ausgaben endlich auf das konzentrieren, was Wachstum schafft und vor allem das Wachsponenzial stärkt – Stichwort Infrastruktur Bildung und Forschung.
00:06:51: Wir haben stattdessen eine Scheinblüte, die wir es auf Pump gekauft haben.
00:06:56: Und ich glaube, Politik läuft in Gefahr dass man quasi diese Schein Blüte als Argument dafür verwendet einfach nur so weiter zu machen.
00:07:05: Das ist sozusagen die Situation, die wir uns befinden und die uns alle Sorgen bereiten sollte.
00:07:11: Und weil das so ein wichtiges Thema ist und weil ihm die Gefahr besteht, dass man die momentan gute kollektuelle Entwicklung gleichsetzt mit einer möglichen dauerhaften und positiven Blicklung – zumindest auf politischer Ebene – habe ich mich mit einem der Autoren des Gutachtens verabredet wie Prof.
00:07:29: Stefan Kurz.
00:07:31: Prof.
00:07:31: Stephan Kurz war bereits mehrfach bei mir im Podcast zu Gast.
00:07:35: Wir haben bereits zwei Jahre über die Wirtschaft gesprochen.
00:07:38: Das erste Mal, als wir zu Gast war, da ging das deutsche Wirtschaft noch gut.
00:07:42: Damals hat er schon gewarnt und gesagt, wir haben keine Zefflauenwirtschaft.
00:07:46: Der Staat, die Politik hat viel zuviel in die Wirtschaft interveniert, eingegriffen und hat die Standortbedingungen systematisch verschlechtert.
00:07:54: Er meinte damals dass sich das rechnen wird, dass wir deshalb weniger wachstum bekommen werden und genau dieser Warnung ist leider Gottes Eingetreten.
00:08:02: heute nun gerade zu den Autoren des erfreulichen Gutachtens, welches zeigt ja wohl.
00:08:07: Es gibt eine positive kontinuelle Entwicklung und ich dachte mir, ich frage hier mal wie ihr dann das andere Thema sieht?
00:08:13: Wie steht es ums Potenzialwachstum?
00:08:15: Wie stehen wir im Reformbedarf Deutschlands?
00:08:17: Was kann getan werden?
00:08:18: was muss getan werden?
00:08:20: Und auch.
00:08:21: woran liegt es denn dass die Politik nicht handelt?
00:08:25: Das finde ich wie gesagt hochspannend.
00:08:26: Ich hoffe sie auch.
00:08:28: und deshalb das Gespräch mit Professor Stefan Kurz.
00:08:35: Bevor wir zu meinem Gespräch mit Stefan Kurz kommen, noch kurz dieser Hinweis ist Handelsplatz.
00:08:39: Vorher gibt es ein besonderes Angebot für alle Hörer vom BTO – wie uns sie auch wie es – Featured bei Handelsblatt.
00:08:46: Für nur einen Euro könnt ihr das Handlesblatt für vier Wochen abonnieren und sich so von der Qualität des journalistischen Angebots überzeugen!
00:08:53: Mehr Informationen finden Sie dir immer in die Shownote zu dieser Ausgabe und unter handelsblad.com schrägstrich mehr Perspektiven.
00:09:01: Doch nun zum Gespräch wie Prof.
00:09:06: Stefan Koos.
00:09:33: Daneben nähert er als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Business & Law School in Berlin und Hamburg.
00:09:39: Prof.
00:09:40: Kurz ist Vorsitzende einer Hayek-Gesellschaft und Mitglied der Mont Pelerin Society.
00:09:46: Sehr geehrter Herr Prof.
00:09:47: Kurtz, ich freue mich ausgesprochen, Sie ja heute mal im Podcast begrüßen zu dürfen!
00:09:51: Sehr gerne, hallo?
00:09:52: Herr
00:09:52: Prof.,
00:09:53: ich gelte immer als Pessimist... ...und jetzt bin ich ja wiederlegt.
00:09:57: Ich meine, wir sind beide manchmal auf X unterwegs.
00:09:59: Ich meine ich glaube Herr Schieres von der Zeit würde jetzt sagen hehehe.
00:10:02: Ich habe es doch gesagt die deutsche Wirtschaft ist im Aufschwung Die Politik wirkt weil das viel zu negativ.
00:10:08: Es gibt keinen Absturz.
00:10:10: Also eigentlich alles gut.
00:10:11: Wir können uns jetzt freuen!
00:10:13: Die Politik hat richtig gemacht Das Geld wirkt.
00:10:16: Deutschland ist wie auf Wachstumkurs.
00:10:18: Alles Bestens also.
00:10:19: Das ist genau das Missverständnis, vor dem wir im Herbstgutachten gewarnt haben.
00:10:25: Das haben wir ja schon im Titel deutlich gemacht – Ja!
00:10:28: Wir sind im Aufschwung, aufschwungen heißt aber nur der gesamtwirtschaftliche Auslastungsgrad steigt die Wachstumskräfte dahinter.
00:10:36: wie viel wir also tatsächlich ohne Schwankung der Kapazitätsauslastung zulegen können es weiterhin sehr schwach.
00:10:43: und wenn wir uns überlegen dass wir jetzt nur zwei Jahre brauchen mit einer Einsform Komma um schon wieder bei der Normalauslastung angekommen zu sein, zeigt eben auch wie wenig Spielräume dieser Wirtschaftsraum hat.
00:10:58: Und wenn wir noch ein bisschen weiter in die Zukunft schauen dann gehen wir wieder gegen ganz magere Wachstumsraten und die Wirtschaftspolitik kann sich die aktuelle Entwicklung nicht auf ihre Fahnen schreiben denn sie hat so gut wie nichts dazu beigetragen.
00:11:13: ich würde sogar sagen durch die hohe Politikunsicherheit die es weiterhin gibt, belastet sie sogar den Standort.
00:11:20: Das heißt im Klartext sagen Sie zwei Wachstumsraten, ja wir ahren dieses Jahr und nächstes Jahr bevor wir dann zweitausendund achtundzwattig schon wieder auf Nullkomma vier zurückfallen ist nichts anderes als quasi eine bessere Auslastung der vorhandenen Kapazitäten.
00:11:34: Und da würde ich aber auch jetzt sagen wenn zweimal ein Prozent genügen, dann ist ja die Unterauslastung gar nicht so groß.
00:11:41: Ja die Unterausslastungen wie wir sie derzeit einschätzen ist jetzt nicht so dramatisch, wie es die Umfragen zur Kapazitätsauslastung anzeigen.
00:11:49: Die sind ja weiterhin deutlich unter, gerade in der Industrie vor allen Dingen, deutlich unter den Tiefständen, die wir sonst in normalen Rezession haben.
00:11:57: Das deutet schon darauf hin.
00:11:59: Wir haben einen erheblichen Strukturwandel – auch ich würde durchaus sagen fast schon eine Strukturkrise in einigen Bereichen, die politisch dann noch mal verschärft ist.
00:12:09: Da besteht jetzt aber durchaus eine erhebliche Diagnoseunsicherheit.
00:12:13: Das müssen wir immer dazusagen, sagen wir auch dazu im Risiko-Teil machen wir das zum Thema.
00:12:18: gleichwohl all das was wir jetzt an Indikatorik zur Verfügung haben, an Stetsmethodik zur verfügung haben bringt uns dazu eben nur noch diese ja zweimal ein Prozent zu erwarten bis ihr dann wieder bei der normalen Auslastung angekommen sind und am Ende des kurzfristprognosezeitraums also am ende des Ja, das ist Jahr zwanzig achtundzwanzig.
00:12:39: Sind wir denn bei Quartalszubachsraten von null Komma Null sieben Prozent
00:12:44: angelangt?
00:12:45: Wir haben jetzt eine korrektuelle Aufwärtsentwicklung.
00:12:47: Auf der anderen Seite haben wir jeden Tag doch die Nachrichten und jeden Monat den Nachrichten von Verlustem erheblichen Arbeitsplatzverlusten im Bereich der Industrie zehn bis fünfzehntausend.
00:12:56: Und wie wir es jetzt verstehen wird sich diese Aufschrung ändert sich damit der Abbau der Industrierarbeitsplätze also dass es weniger sind oder wer wieder welche aufgebaut.
00:13:05: Oder haben wir einfach eine Mixverschiebung, das die Industrie weiter in den Ortplätzen verliert und der Starbarsche war seine Arbeitspräte aufgebaut und wie er so im Summe dann zwar einen Aufschwung habe aber gleichzeitig eben eigentlich eine Strukturveränderung haben zu lasten der langfristigen Wicklung.
00:13:21: ich will noch ein Schritt weiter gehen.
00:13:22: kann es sogar sein dass wir jetzt gute Jahre feiern dieses Potenzialwachstum, ob das es ihnen ergeht.
00:13:29: Eigentlich in derselben Zeit weiter zurück geht, dass wir quasi zwei Dinger haben zum einen die gute Schlagzeile aber auf der anderen Seite eben die strukturelle Verstechterung.
00:13:38: Ich will diese Wut legen und vielleicht ist es ja auch falsch?
00:13:41: Alles gut.
00:13:42: also übers Potential sprechen wir gleich nochmal gesondert.
00:13:45: da gibt's ja auch Nachrichten die man einordnen muss damit sie nicht falsch verstanden werden Aber das Bild ist vollkommen richtig.
00:13:53: An den strukturellen Problemen hat sich jetzt erstmal sehr wenig geändert, wir hatten jetzt kurzfristig auch Unterstützung für die Industrie so setzend – das klingt durch die Energiekrise also durch den gesamten Konflikt am persischen Golf einfach dadurch dass der asiatischen Konkurrenz derzeit die Lieferungen ausgegangen sind und die europäische Industrie und damit eben auch die deutsche Industrie plötzlich absatz Wege hatte, die ihr sonst eigentlich nicht mehr zugänglich sind weil sie preislich nicht mehr wettbewerbsfähig ist.
00:14:26: Also das ist meine sozusagen wenn man so will zwischenzeitig Krisengewinder.
00:14:30: Das sind natürlich reine Strohfeuereffekte.
00:14:32: wir sehen aber auch dass die deutsche Industrie vom KI-Boom profitieren kann und zwar als Zulieferer insbesondere für elektrotechnische Anlagen Energieversorgungsanlagen und alles was da drumherum dazu gehört.
00:14:51: Produktion für längere Zeit stabilisieren, aber insgesamt ändert sich an dem strukturellen Befund nichts.
00:14:58: Wir werden eine gewisse Erholung natürlich jetzt auch in der Industrie haben.
00:15:02: die hat aber auch die allermeiste konjunktuelle Luft um sich zu erholen.
00:15:06: das heißt es wird nicht zur Folge haben dass plötzlich wieder Arbeitsplätze aufgebaut werden weil sie eben durch die niedrige Kapazitätsauslastung erst mal daraus noch schöpfen kann.
00:15:17: Also das ist noch ein langer Weg, bis das zum Beschäftigungsaufbau führen würde.
00:15:21: Das sehen wir so nicht, sondern sie kann vor allen Dingen die Auslastung hochfahren.
00:15:26: Der Strukturwandel wird trotzdem weitergehen.
00:15:28: also auch in der Industrie ändert sich natürlich vieles.
00:15:31: Die Zeichen wie die Automobilindustrie sind sicherlich weiterhin sehr mau und werden wir mal den Blick ein bisschen weiten und zurück gehen auf das Jahr zweizig neunzehn also bevor diese Krisenkaskade einsetzte für die deutsche Wirtschaft Das wenige an zusätzliche Wirtschaftsleistung, was wir seit dem Verzeichnen geht fast ausschließlich auf die staatsnahen Wirtschaftsbereiche zurück.
00:15:57: Und der private Bereich hat so gut wie kaum zugelegt.
00:16:02: da gibt es auch Licht und Schatten, IKT hat sich sehr gut entwickelt aber umso schlechter hat sich eben insgesamt das verarbeitene Gewerbe entwickelt und deshalb ist das alles andere als eine Entwarnung für die Wirtschaftspolitik.
00:16:16: Sie kann sich auf diesem Herbstgutachten nicht ausruhen.
00:16:20: Vielleicht sollen sie ganz kurz im Begriff IKT erklären?
00:16:22: Also Informations- und Kommunikationstechnologie, dort haben wir weiterhin auch kräftige Produktivitätszuwechse und eben auch Zuwechsel in der Wertschöpfung.
00:16:32: aber alle nicht staatlichen Bereiche zusammengenommen haben kaum mehr stagniert in der Zeit von ja fast über sechs Jahren mittlerweile.
00:16:41: Aber dann kann man eigentlich sagen, gut dass der Staat älterst gibt.
00:16:44: Gutes staatliche Nachvollen gibt als Kenziana würde ich doch sagen es beweist die Wirkungsfolterstaat ist um eine Konjunkturkrise zu bekämpfen.
00:16:53: Naja das ist ja keine Konjunkteurkriese, es ist ne Struckturkrise.
00:16:56: ein Teil dieser strukturellen Verlagerung ist eine ganz normale Marktreaktion weil wir eben den Bereich Gesundheit, Pflege natürlich ausbauen müssen wenn immer mehr Menschen ins pflegebedürftige Alltag kommen und das ist ganz klar dass sie da natürlich eine Verlagerung haben.
00:17:16: An die muss sich die Wirtschaftsstruktur anpassen.
00:17:18: nur das sind eben alles Bereiche die sehr stark an den staatlichen Umverteilungssystemen hängen Und ich würde mal vermuten auch die allermeisten Kensianer hätten wohl kaum die Vorstellung ein Staat sechs Jahre am Stück immer wieder irgendwie stimulieren muss.
00:17:34: Das widerspricht also auch dem eigentlichen kinesianischen Paradigma, wenn man sich darauf schon einlässt.
00:17:40: da geht es ja darum allenfalls mal in konjunkturellen Krisen stabilisierend gegenzusteuern.
00:17:46: aber das kann eben nicht die wirtschaftliche Entwicklung über Jahre hinaus prägen und wenn man mal schauen welche Beträge der Staat in die Hand nimmt dann sind eben Konjunkturellen Wirkungen doch sehr überschaubar.
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00:19:17: Jetzt gibt es ja eine Diskussion angesichts der politischen Entwicklungen, wie geht's weiter?
00:19:22: Ich meine wir haben zum einen Politiker die sagen brauchen Reformen.
00:19:26: Da müssen wir drüber sprechen und diskutieren ob das die richtige Form sind, die handelskutiert werden.
00:19:31: Und zum anderen gibt es Politiker, die sagen, da brauchen keine Reform.
00:19:34: Wir brauchen was ganz anderes und zurzeit ist ja ganz aktuell in der Medien der sogenannte neue, der New Deal, den die SPD sich vorstellt.
00:19:44: Die SPD hat gesagt, ein Paper geschrieben, also wir sollten eine Aufförmung mit Reformen.
00:19:48: Wir sollten uns eher an News-Welt orientieren einen New Deal finden für Deutschland.
00:19:53: Das würde ich jetzt nicht sagen so.
00:19:54: Damals hatten völlige Großzeitarbeitslosigkeiten im USA und riesige Unterauslastungen der Kapazitäten.
00:19:59: Da verstehe ich vielleicht was man so ein Konerturbokram macht, war heutzutage wahrscheinlich nicht.
00:20:04: Wie wird es so einen New Deal wenn es so ein Geber mehr Geld aufs Problem werfen würde?
00:20:10: Wie wird sowas dann sich
00:20:11: auswirken?".
00:20:12: Also diese Argumentation leuchtet mir überhaupt nicht ein denn wir sind ja bereits seit Jahren in einem solchen New Deal.
00:20:19: Wir nennen das die große Transformation Das heißt den staatlich gelenkten Umbau insbesondere der Energieversorgung Die Decarbonisierung der Green New Deal, der auch von der Europäischen Kommission her vorangetrieben wird.
00:20:33: Das sind ja genau die Rezepte, die uns in die jetzige schwache wirtschaftliche Entwicklung geführt haben weil sie eben nicht mit den Marktkräften spielen sondern permanent gegen die Markkkräfte.
00:20:46: und deshalb kann ein schon wundern dass einem Teil des politischen Spektrums jetzt nichts Besseres einfällt als zu sagen we need more of the same.
00:20:55: Wenn wir auf die Beliebtheitswerte der Regierung schauen, und die Zustimmungswerten liegt das sicherlich nicht daran dass man im Reformprozess zu Forsch vorangeschritten ist.
00:21:05: Viel hat ja die Regierung gar nicht fortzuweisen.
00:21:08: Im Gegenteil was sie vorzuweisen hat es bislang eine Rentenreform aus dem vergangenen Jahr wo sie nochmal Geld ausgeschüttet hat Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenversicherung völlig ohne sachliche Gründe um weitere fünf Jahre in die Zukunft verschoben hat.
00:21:27: Und das hat an der Beliebtheit ja gerade nichts geändert, sondern meine Sichtweise darauf ist dass die Regierung überhaupt gar keinen klaren Kurs verfolgt immer wieder Reformen ankündigt dann die Pakete wieder aufschnürt und weiter verschiebt.
00:21:41: und aus dem Herbst der Reform wird ein Winter der Reform einen Frühling, ein Sommer Und nichts wird wirklich entschieden, man hat keinerlei Konsens innerhalb der Bundesregierung.
00:21:50: Das sieht man jetzt ja auch in der Reaktion auf die Wahlergebnisse – in welche Richtung man denn wirtschaftspolitisch überhaupt gehen möchte?
00:21:58: Genau das nimmt zum einen die Bevölkerung wahr, dass de facto gar nicht wirklich regiert wird, es wird nur Zeit überbrückt und das schon seit eineinhalb Jahren, seitdem eine neue Regierung im Amt ist.
00:22:12: und für die wirtschaftlichen Entscheidungsträger, sowohl für die Investoren aber auch für die gut qualifizierten Arbeitskräfte wird immer unklarer wie denn die Rahmenbedingungen in diesem Land aussehen werden.
00:22:24: Und das führt zu dem was wir Atentismus nennen also eine abwartende Haltung oder gar eine Reaktion des Abwanderns vom Standort.
00:22:33: Auch da steigen ja die Zahlen mittlerweile.
00:22:36: Das führt dann insgesamt auch zu dieser Investitionsschwäche Denn das ist ja charakteristisch für das, was wir auch im Herbstgutachten aufgeschrieben haben.
00:22:45: Dieser Aufschwung unterscheidet sich von allen vorangegangenen dadurch, dass er gerade nicht durch die private Investitionstätigkeit verstärkt wird.
00:22:54: Das ist eigentlich die typische Begleiterscheinung eines Aufschwangs.
00:22:58: genau da sehen wir eben nicht.
00:23:00: und es hat Gründe weil eben die Rahmenbedingungen hierzulande völlig unklar sind und sich eher abzeichnet, Bedingungen noch weiter verschlechtern werden, denn die Lonebenkosten werden steigen.
00:23:12: Trotz der Reform, die man jetzt angegangen ist, die dämpfen etwas den Anstieg etwa im Gesundheitswesen aber insgesamt nimmt die Last der Lonebenkosten zu und auch mit Blick auf die Regulierung kommen ja bestimmte neue Regime erst nach auf den Standort zu, die weiterhin die ökonomische Aktivität hier erschweren.
00:23:34: Aber im Prinzip, was wir jetzt hier diskutieren ist das Potenzialwachstum.
00:23:37: Oder wer jetzt in der Regel noch strukturell möglich ist.
00:23:40: und jetzt haben wir eine bessere Auslastung durch die Maßnahmen der Politik?
00:23:44: Weil die Politik würde sagen nach dem Motten her ja gut.
00:23:46: Nicht
00:23:46: nur wir aber noch ein bisschen Unterstützung durch die Weltwirtschaft.
00:23:49: Ich hatte es ja gesagt, Exporter haben etwas angezogen und so.
00:23:52: also das ist nicht nur aber auch eben gerade diesen Impulsen geschuldet.
00:23:56: Die laufen dann aber im kommenden Jahr aus und im übernächsten Jahr wird der Wirtschaftspolitik, der Finanzpolitik gar nichts anderes übrig bleiben als allmählich zu konsolidieren.
00:24:07: Du sparst!
00:24:07: Ich habe gesehen ich glaube das Haus, das TVZ bleibt ja auf dem hohen Niveau, ich glaube bei vier Prozent davon... Gleich sogar
00:24:12: weiter genau.
00:24:13: Wir gehen
00:24:13: nah an die fünf Prozent heran und das ist alles andere als ein Zustand den man so fortschreiben kann.
00:24:20: Da gut, ich meine, keine haben noch größere Defizite.
00:24:21: Aber die wachsen sogar doch!
00:24:23: Ich meine das ist erstaunlich.
00:24:23: Es sind ja andere Länder machen ausser für Schulden, da soll man drauf kommen auch wenn man auf Frankreich blickt wie man damit oben geht.
00:24:28: aber bleiben wir ganz zusammen bei Deutschland.
00:24:29: also Wir machen Schulden.
00:24:31: Wir haben einen kolonitorellen Impuls könnte man ja so sagen.
00:24:34: es ist schön.
00:24:35: Wir habe keine strukturelle Veränderung.
00:24:36: Das haben sie Reform gerade schon angesprochen oder wir haben über ihre Form gesprochen.
00:24:41: Ich tue mich mal ein bisschen schwer.
00:24:42: Ich frage mich immer was für Reform braucht man eigentlich?
00:24:46: Wenn man das Potenzialwachs zu erhöhen möchte?
00:24:49: Wir haben zwei Dimensionen.
00:24:50: Zum einen müssen wir das Sozialwachstum erhöhen, zum anderen müssen wir die Finanzierbarkeit des Sozialstaates sicherstellen.
00:24:55: Ich glaube es sind zwei verschiedene Themen.
00:24:57: Ja eigentlich steht dahinter ein Thema also ein wichtiger.
00:25:00: okay einverstanden Es sind mehrere Themen was das Potenzialwachstum angeht.
00:25:04: aber in der Frage Potentialwachstums und soziale Sicherungssysteme da überlappen sich zwei Problembereiche In einer Ursache Und dass ist die Demografie.
00:25:15: Beim Potenzialwachstum kommen noch andere Faktoren hinzu.
00:25:18: Die besprechen wir sicherlich auch noch gleich, aber hier haben wir erst mal einen ganz markanten Faktor das ist die Demografie, die bringt die soziale Sicherheitssystematik unter Druck und führt gleichzeitig dadurch dass uns die Arbeitskräfte ausgehen dafür, dass das Potenzialswachstum gedämpft wird.
00:25:34: Genau!
00:25:35: Und ich dachte mir, es hat verstanden, jetzt müssen wir vielleicht mal beide Themen haben.
00:25:38: Vielleicht machen wir mal eine Sozial- und überlapste Thema besprechen Aber vielleicht beginnen wir mal ganz über den Potenzialwachstum.
00:25:46: Also, was müsste ich denn tun?
00:25:48: Ich müsste, wenn ich Potenzialsachstum habe, dann kann ich mir auch mehr leisten.
00:25:51: Es ist da die Frage, ich brauche natürlich mehr Arbeitskräfteangebot und eine höhere Produktivität.
00:25:57: Genau!
00:25:57: Das sind zwei großen Hebeln, die ich hätte.
00:26:00: Und wir haben ja gesehen, Ausredsangebot in den nächsten Jahren wird siebten.
00:26:04: Also das ist schlechtes Wachstum.
00:26:06: Wir wissen gleichzeitig, dass die Produktivitätszuwächse in Deutschland schon seit Jahren unzureichend sind.
00:26:10: Das finde ich alleine, es im ganzen westlichen Welt ist, gab's einen Rückgang.
00:26:14: Wenn wir sagen okay is halt so, jetzt auf der Ansage haben wir es mit KI und anderen Dingen unter Umständen heben, ohne sich die Tochter zu bekommen.
00:26:19: Also wenn wir zum Reform sprechen sollte die Bundesregierung nicht erst mal sich konzentrieren fürs Thema Wachs-Toum in Reform weil dann ein Sozialstadtsthema auch leichter zur Hand haben ist.
00:26:33: Was kann die Regierung überhaupt tun?
00:26:35: Sind es Dinge, die mit Reformen zu erzielen sind oder liegt das nicht eher der Privatwirtschaft?
00:26:40: Sie muss beides gleichzeitig tun.
00:26:41: Vielleicht noch mal kurz vorrangestellt.
00:26:45: Reformpolitik nach meinem Dafürhalten kann nur funktionieren wenn sie die verschiedenen Reformfelder gleichzeitig adressiert und nicht nacheinander und isoliert weil dann werden sofort die Gegenkräfte mobilisiert, weil sie aber jeder Reform auch erst mal im Besitzstände einschneiden müssen.
00:27:05: Da gibt es dann immer Particularinteressen, die diese spezifische Reform gerade nicht wollen.
00:27:10: und eine allgemeine Zustimmung zur Reformpolitik kann man meines Erachtens nur erlangen wenn man deutlich macht in allen Bereichen wird nach den selben Regeln, nach derselben Idee reformiert und dann weiß jeder okay ich muss vielleicht selber bei meinen Privilegien, bei meinen Besitzständen etwas zurückstellen.
00:27:30: Aber ich muss auch nicht mehr die Privilegen von anderen bezahlen und das nur.
00:27:35: das kann dann unter dem Strich dazu führen dass die Einsicht reift aha damit gibt es also unter dem strich netto für jeden etwas zu gewinnen und nur wenn man Reformpolitik so adressiert kann man überhaupt davon ausgehen dass die Bevölkerung dem zustimmt.
00:27:50: denn Reform werden ja nicht gemacht um den Menschen das Leben schlechter zu machen sondern um es zu verbessern.
00:27:56: Also muss da im Raum stehen eine Netto-Reformdividende für grundsätzlich jedermann.
00:28:03: Deshalb geht es nicht, indem man jetzt immer nur mit einzelnen Feldern macht.
00:28:06: Das ist mal ganz allgemein!
00:28:08: Aber zu sagen wir machen das ein bisschen Wachstumspolitik und dann löst sich irgendwie die Problematik in sozialen Sicherungssystemen allein durch mehr Wachstone.
00:28:17: Das wird so nicht ausreichen sondern dafür ist einfach der Faktor Demografie lastet viel zu groß.
00:28:27: Und das Schöne bei der Problematik, insbesondere in der Rentenreform ist ja dass wenn man dort an den richtigen Stellengrößen dreht, man einen doppelten Effekt erzielt.
00:28:39: Man entlastet die sozialen Sicherungssysteme indem die Beitragslasten sinken.
00:28:44: Das ist für sich genommen schon mal ein Vorteil.
00:28:47: auch also erstmal entlastete es die Sozial- und Sicherung Systeme zum anderen anreizstärkend und wir erhöhen die Zahl der Arbeitskräfte dadurch, dass man eben letztendlich das Lebensarbeitsalter verlängert.
00:29:02: Das wird sowieso Teil jeder vernünftigen Reform sein müssen und von daher ist es eine ganz wichtige Stellgröße und die muss man adressieren.
00:29:12: darum hat sich jetzt ja die Bundesregung in ihrer ersten Reform des Rentensystems herumgedrückt.
00:29:19: Da hat sie im Grunde eine Politik zu Lasten der jungen Generation gemacht und der älteren Generation nochmal einen Check rübergeschoben.
00:29:28: Und das, was jetzt die Rentenreformkommission vorgeschlagen hat war ja schon ein Kompromiss, der akzeptiert hatte, dass diese erste Renten-Reform nicht noch mal angegangen wird – ich vermute mal, dass man da einfach realistischerweise gesehen hat, parteipolitisch ist es hier utopisch der Politik vorzuschlagen, genau diese zweitausendfünfundzwanziger Reform wieder zurückzudrehen.
00:29:52: Obwohl das sicherlich viele Mitglieder der Rentenreformkommission für vernünftig gehalten hätten.
00:29:56: Also hat man sich mit diesem Rentenkonsens erst mal abgefunden und hat dann weitere Reformschritte vorgeschlagen, insbesondere eben das Ende der sogenannten Rente mit dreiundsechzig.
00:30:08: Und dass jetzt die Reform hier auch wieder neu aufgemacht wird zeigt ja, wie fragiert das gemeinsame Problemverständnis oder wie dünn das gemeinsamen Problemverständnis von den Koalitionstragenden Parteien ist.
00:30:23: Ja gut, könnt ihr auch sagen?
00:30:24: Wir sehen halt das was alle erwartet haben die Nüchtern auf die Lage geschaut haben dass man gesagt hat wir kriegen keinen Wachstum mehr, wir haben unser Potenzialwachstum selber kaputt gemacht.
00:30:37: Ich meine, wir haben ja nicht nur demografische Entwicklung, die sowieso da ist, sondern sie haben natürlich durch die Energiepolitik selbst angesprochen, haben wir uns ja auch in den Krieg geschossen und verschiedene andere Dinge.
00:30:45: Der Staat ist größer geworden, größerer Staates auch nicht kreue.
00:30:48: Super für Produktivität, weil die Produktivitätsverschritte finden in der Privatwirtschaft stattlich beim Staat.
00:30:52: Aber was wir da jetzt sehen, ist nichts anderes als Verteidungskonflikte.
00:30:55: Weil ich muss immer sagen, was sind das für Reformen?
00:30:56: Wenn die Reformen am Ende nur eine Abgabenerhöhung sind.
00:31:00: Also nehmen wir mal die Pflege, die Gesundheitsreform, nur das Reformende, was ist übrig geblieben... höhere Messungsgrenze, höhere Beiträge und an Wegfall einiger Leistungen wie zum Beispiel die kostenfreie Mitversicherung ist ja im Prinzip was geblieben ist.
00:31:17: In meiner Wahrnehmung ist nichts anderes als eine Abgabenerhöhung.
00:31:20: oder wenn ich jetzt so höre wir lösen die Probleme durch eine höhere Erfershekosteuer und der höhere Spitzensteuersatz usw.
00:31:27: Was unsere Form diskutiert wird ist etwas anderes als ein intensivierter Vaternusskonflikt.
00:31:32: Ja, da würde ich zustimmen.
00:31:33: Also diese erste Stufe der Gesundheitsreform ist um im Sprachbild zu bleiben eine Notoperation gewesen, um erstmal die Blutung zu stillen, die wir im Gesundheitssystem haben in Form der Beitragsdynamik, die sich sonst abgezeichnet hätte.
00:31:49: Jetzt hat man versteckte Beitragserhöhungen natürlich auch noch dabei untergebracht.
00:31:53: aber das ist natürlich keine wirkliche Systemreform, die er darauf abzielen müsste dass insgesamt mehr Selbstbeteiligung auch in das System, mehr Eigenverantwortung in das system herein bekommen um auch sparsamer mit dem Gesundheitssystem umzugehen.
00:32:10: Wir stehen ja nicht gut da bei den Ergebnissen der Gesundheitsversorgung.
00:32:14: Das sind ja bestenfalls Mittelmaß im internationalen Vergleich.
00:32:17: wir sind aber ziemlich weit oben was die Gesundheitsausgaben in Relation zur Wirtschaftsleistung angeht.
00:32:23: also da ist ja offenbar ein erheblicher Effizienzspielraum und der wird natürlich durch diesen ersten Reformschritt nicht adressiert, muss man fairerweise sagen sollte auch nicht.
00:32:34: Sondern diese ersten Vorschläge die die Gesundheitsreformkommission gemacht hat, die sollten ja nur diese akuten dringenden Probleme erst mal adressieren Und jetzt soll in einem zweiten Aufschlag eine tatsächliche Systemreform vorgeschlagen werden.
00:32:49: Mal schauen was dabei dann heraus kommt.
00:32:53: Jetzt hat man zwischenzeitlich Spitze des Gesundheitsministeriums umgesetzt, ob das so ein kluger Schachzug ist mitten in einer solchen Reformperiode sei mal dahingestellt.
00:33:05: Aber dass jetzt plötzlich die Reformdiskussion in eine ganz andere Richtung gelenkt wurde mit der Frage wie ist es denn eigentlich mit der Parallelität zwischen privatem und gesetzlichen Gesundheitsversicherungssystem?
00:33:18: Ja, das lässt einen auch daran zweifeln, ob man tatsächlich in der Politik eine klare Vorstellung hat in welche Richtung es gehen müsste, denn eins ist klar.
00:33:29: Wenn dann müsste man das gesetzliche Gesundheitssystem eher dem Privaten annähern.
00:33:36: also etwa über ein Prämienmodell und nicht über einen Beitragsmodell was abhängig ist von den Arbeitseinkommen.
00:33:43: dieses Systemsteuern über Selbstbehalte über viel mehr individualisierbare Lösungen und den ganzen sozialen Ausgleich, den ja niemand über Bord werfen möchte.
00:33:54: Den dann über das Steuersystem abwickeln.
00:33:57: aber nicht mal unter einem sozialdemokratischen Finanzminister erleben wir ja dass die Leistungen aus dem Gesundheitssystem die Versicherungsfremd sind in Gänze aus dem Bundeshaushalt finanziert werden.
00:34:12: Das wäre eigentlich das gewesen was ich als erstes erwartet hätte Insbesondere wenn dann immer von den sogenannten starken Schultern die Rede ist.
00:34:21: Also warum sollen denn ausgerechnet diese Leistungen nur von den Arbeitnehmern finanziert werden?
00:34:26: Alle anderen Steuern, Zahlen bleiben außen vor.
00:34:29: also das zeigt ja nur dass man sich hier irgendwie versucht hat in dem ersten Schritt zumindest über die Runden zu retten aber es alles andere als eine Systemreform.
00:34:40: Ja, klar.
00:34:41: Wir werden nur von den gesetzlich Versicherten bezahlt und nicht von den privatversicherten.
00:34:48: Eigentlich beweist doch das was wir gerade diskutieren schon... Dass es eben nicht so ist, wie Sie gesagt haben.
00:34:54: Sie haben ja gesagt die Reform soll dazu führen Ja jeder leistet irgendwie einen Beitrag Aber jeder hat was davon.
00:35:00: Alle Reformen in Gänze.
00:35:03: Das kann immer bedeuten dass man auf dem ein oder anderen Reformfeld dann auch mal zu den Nettoverlierern gehört aber unterm Strich und in Summe eben zu den netten Gewinnern.
00:35:11: Genau, aber zurzeit ist das doch so.
00:35:13: Wenn ich auf die Reform blicke würde ich einfach sagen Eigentlich hat die Regierung nichts anderes gemacht, als sie Einnahme erhöht
00:35:19: Wesentlich.
00:35:20: Wir hatten ein bisschen kostendämpfende Maßnahmen auch noch im Gesundheitswesen, aber ansonsten geht es derzeit um Einnahmehöhe und das sehen wir ja auch.
00:35:27: Staatsausgaben steigen weiter, Einnahmenquote steigt tendenziell auch weiter.
00:35:31: Wir erleben da Folgendes.
00:35:32: Wir haben bis jetzt Reform gemacht, eigentlich nichts anderes als Einnahmehöhungen.
00:35:36: Was ich immer gesagt habe oder Reform soll so sein dass man was gibt auf etwas bekommt.
00:35:41: Und das heißt es doch so Viele Leute müssen etwas geben, die Wirtschaft muss etwas geben.
00:35:46: Die Beschäftigten müssen was geben und die Diab tätig sind müssen was gehen.
00:35:49: Und es geht immer in das so gutsten Währer, den nicht arbeiten als Mürgergeldempfänger sei es Rentner sonst wars.
00:35:55: also wir haben auch eigentlich genau diesen Aspekt der Reformpolitik, die Sie angesprochen haben.
00:36:00: Wir gar nicht weil eigentlich haben wir nur höhere Belastung.
00:36:03: Ja aber es ist sich nur so dass wir umverteilen von Leuten, die etwas haben zu Leuten, wie nichts haben sondern wir verteilen auch innerhalb derjenigen um die gleichzeitig zahler und empfänger sind.
00:36:14: Also das Prinzip linke Tasche, rechte Tasche wird immer größer.
00:36:18: Das ist aber mit Blick auf die Wachstumseffekte nicht neutral.
00:36:23: Denn... Und darin scheinen mir auch ganz unterschiedliche Philosophien zu liegen!
00:36:28: Die Sozialdemokraten drängen immer sehr stark darauf möglichst viele, sie nennen das dann solidarische Finanzierungsrezepte oder Konzepte zu haben.
00:36:36: Da werden die Beiträge dann immer an das Einkommen gebunden.
00:36:42: Man will also über die sozialen Sicherungssysteme nochmal eine zusätzliche Umverteilungsebene einziehen im Sozialstaat und das ist nicht vernünftig, weil wir denn sehr oft linke Tasche, rechte Tasche Effekte haben.
00:36:58: Es wäre viel vernünftiger die gesamte Umverteilungsfrage innerhalb an einer Stelle der Staates zu klären typischerweise über Einkommenssteuer und die Transfersysteme und dann die sozialen Sicherungssysteme tatsächlich als Versicherungssysteme zu behandeln also das Gesundheitssystem dann eben ein Prämienmodell wobei eben sichergestellt ist dass niemand überfordert wird wenn er durch seine Einkommenssituation nicht leisten kann.
00:37:27: Jetzt haben Sie also in der Regierung, wenn ich mal etwas idealisiere eine Kraft die möglichst wenig Preiselemente sehen möchte und möglichst viel sogenannte solidarische Finanzierungskonzepte und die andere Seite der Regierung will genau das Gegenteil und deshalb kommt man dort auch kein Millimeter weiter weil es einfach eine grundsätzlich unterschiedliche Reformphilosophie ist.
00:37:52: Das eine ist die Umvertragungselemente immer weiter ausbauen.
00:37:55: Und die anderen, die sagen nein gerade aufgrund und das wäre auch die Empfehlung der Ökonomen – die Umverteilungselemente stärker konzentrieren weil je mehr wir über die jeweiligen Beiträge einkommensabhängig finanzieren, desto größer werden die Fehlanreize im Arbeitsmarkt.
00:38:14: Also machen was mal ganz plastisch.
00:38:16: Krankenversicherung wenn sie ein höheres Einkommen haben bekommen Sie dieselben Versicherungsleistungen, als wenn sie niedriges Einkommen haben.
00:38:26: Das heißt der steigende Beitrag den Sie dann zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen müssen wirkt wie eine Steuer.
00:38:35: Genau ist
00:38:36: wie eine Steuer und man hat das jetzt ja bei der Versuch zumindest bei der Mitversicherung von Ehegarten schon mal in den Blick zu nehmen.
00:38:44: es ist ja sozusagen gering ein kleiner Fortschritt.
00:38:47: das war ja sozusagen noch krasser da wenn sie bislang gar nicht gearbeitet haben, bekamen sie die gesundheitlichen Leistungen und jetzt arbeiten Sie als Ehepartner.
00:38:58: Und plötzlich müssen Sie für etwas bezahlen was Sie sonst gratis bekommen ist natürlich auch wieder ein Keil zwischen Brutto- und Netto und hier hat man ja zumindest mal einen ersten Schritt jetzt unternommen um höhere Arbeitsanreize zu ermöglichen
00:39:12: Das höhere Arbeitsanreize aber natürlich faktisch bleibt es sich wie betroffen schon.
00:39:16: Sie zahlen noch mehr Und Sie haben vorhin die Bürgergeldempfänger angesprochen, viele der Staaten nicht bezahlt.
00:39:22: Die ja auch nicht bezahlen?
00:39:22: Dann kann ich Ihnen sagen naja im Prinzip ist es sogar so wenn ich jetzt arbeite und mein Partner arbeitet nicht, ich muss ein Partner mitbezahlen dann würde ich sogar sagen habe ich in Größe von anderen selber nicht mehr zu arbeiten bei meiner Abgabe dass er noch höher gegangen ist.
00:39:34: Das ist ja besser nichts zu arbeiten wo man da mir bekommt
00:39:38: eigentlich nicht weil wenn sie sich als Paar verstehen und das Einkommen vorher nachher betrachten Dann haben wir auf jeden Fall einen Anreizeffekt mit durch diese Umstellung.
00:39:53: Aber es ist natürlich nur auch ein erster Schritt, wir haben ja weiterhin die Einkommensabhängigkeit der Beiträge und damit hat man diesen Fehlanreiz immer mit eingebaut.
00:40:06: Die klaste Reform wäre, wir steigen um auf ein Prämienmodell uns sichern ab dass niemand dadurch ökonomisch überfordert wird
00:40:15: Da undenkbar.
00:40:16: Es ist eher denkbar, dass die Regierung, wenn sie auch etwas machen wird Richtung der Bürgergeistversicherung geht was die SPD immer wollte wo wir im Prinzip genau diese Umvertragungskostenaspekte noch mal haben.
00:40:26: Jetzt haben wir die... okay das Reform ist eine.
00:40:29: Wir haben natürlich andere Baustellen auch nochmal.
00:40:31: Wir wissen Rente ist relativ klar.
00:40:32: Wir diskutieren trotzdem immer wieder selbe Thema.
00:40:34: Wir wussten Rente mit Ralsäzigen hat abgeschafft.
00:40:36: Wir wissen bei der Pflegeversicherung wurde unnötig ausgeweitet Und das ist im Prinzip ein viel zu groß Erfängerkreis entstanden.
00:40:43: Wir kennen diese ganzen Themen, die alle verschlimmern wurden in den vermeintlich guten Jahren vor Corona.
00:40:50: Jetzt haben wir die schwierige Situation einem Umfeld mit schwachem Wachstum, die Reformen durchführen zu müssen.
00:40:58: Also passiert das Stich weg nicht, weil der Drucker noch nicht da ist.
00:41:00: Weil beide sind alt genug zu wissen wie es bei Gerhard Schroeder war.
00:41:03: ich meine hatte fünfmal Billionen Arbeitslose da war wirklich Druck da, da konnte man klar machen den Bürgern du musst das jetzt tun.
00:41:09: heute gibt's doch keine Erkenntnis glaube ich in der breiten Bevölkerung die große Reformdruck ist weil irgendwie wir haben keiner Arbeitslosigkeit gegrosene Stile.
00:41:19: na gut am Bauen halt die Firmen arbeitswärts ab aber da gehen Leute einfach früher ein.
00:41:23: Rente ist und nicht so schlimm.
00:41:24: also eigentlich... Der Druck ist doch gar nicht da.
00:41:27: Also politisch ist der Druck anspruchsvoller, denn er kommt nicht vom Arbeitsmarkt sondern der Druck kommt von den öffentlichen Kassen.
00:41:37: Man hat sich jetzt Luft verschafft durch die nationalen Verschuldungsspielräume, die man sich mit der neuen Finanzverfassung ermöglicht hat.
00:41:46: aber das verschiebt das Problem nur um wenige Jahre weil jetzt die Zinslast – das zeigen wir übrigens auch im Herbst gutachten nochmal deutlich auf – im Trend steigt.
00:41:59: Das heißt, der Konsolidierungsbedarf wird jetzt von Jahr zu Jahr größer und dem kann die Politik auf Dauer nicht ausweichen.
00:42:08: Und das ist nicht so leicht zu erklären dass die Kassen leer sind als dass man hohe Arbeitslosigkeit hat weil die nehmen die Menschen natürlich viel eher wahr weil sie dann auch unmittelbar davon betroffen sind oder jemand kennen der Betroffen ist.
00:42:21: Das haben wir es jetzt so nicht.
00:42:23: zum Glück könnte man ja sagen obwohl wir derzeit mit drei Millionen Arbeits immer noch auf einem Niveau sind, wo wir nicht zufrieden sein können natürlich.
00:42:32: Aber ja das ist anspruchsvoll aber das muss man jetzt von einer Regierung einfach fordern dass sie den Menschen deutlich macht wie weit die Decke reicht nach der man sich strecken kann.
00:42:45: Ja gut, jetzt gibt es aber auch den Kieler Subventionsbericht.
00:42:48: Ich glaube das macht das nicht mehr kieles Wahnsinn.
00:42:49: Mit
00:42:49: der Freiburger Subventions Berichte?
00:42:51: Aber da war noch eigentlich relativ klar... Der Staat hat noch viel Geld!
00:42:55: Wir diskutieren immer, wir müssten quasi aufgrund des Haushalts des Staates Reformen durchführen, aber ich würde dann auch sagen dem Motto neuer, wir zahlen weniger Subvention, wir bezahlen weniger als Ausland und wir zahl'n wie ein NGOs, da brauchen wir gar keine Reform.
00:43:07: Wann haben wir genug Geld
00:43:08: wieder?!
00:43:09: Auf jeden Fall muss der Konsolidierungsprozess auf der Ausgabenseite ansetzen.
00:43:13: Also die Vorstellung jetzt immer weiter an den Abgaben zu drehen, um damit die Einnahmen an die Ausgabe heranzuführen – das kann nicht der Weg sein weil wir uns dann auch aus dem internationalen Standortwettbewerb herauskalkulieren.
00:43:26: Ganz klar!
00:43:27: Die Konsolidiung muss von der Ausgartenseite her erfolgen.
00:43:31: Dazu gehört es durch Forsten der Subvention Dazu gehören sicherlich auch bestimmte Transferleistungen, die man nochmal auf den Prüfstand stellen sollte.
00:43:43: Und dazu gehört dass man staatliche Leistung, die bislang aus dem Steueraufkommen bezahlt werden also Infrastruktur und Hochschulbereich viel stärker umstellt auf Nutzerfinanzierung, Nutzerentgelte.
00:43:57: das hat Vorteile mit Blick auf die Effizienz auf die Bereitstellung hat im übrigen auch Vorteile für die Menschen Infrastrukturen nutzen wollen, weil sie dann sichergehen können dass ihre Beträge auch tatsächlich dafür eingesetzt werden und nicht zweckentfremdet wären für irgendetwas anderes.
00:44:14: Und auf der Weise kann man vielleicht jetzt wenn man optimistisch sein möchte sagen okay wenn es nicht die ordnungspolitische Einsicht ist die den Staat zum umsteuern bringt da sind das eben die fiskalischen Zwänge die irgendwann gar keine anderen Lösungen mehr zulassen.
00:44:32: Denn wenn die Menschen dann merken, dass der Staat die Abgabenschraube immer weiter anziehen muss.
00:44:38: Dann wird da durch sicherlich auch politischer Widerstand entstehen.
00:44:43: Klar!
00:44:43: Aber vielleicht kommen wir jetzt mal auf das andere Thema und nicht nur die Reformen darf sein, sondern kommen wir auf das Potenzialwachstum.
00:44:49: Ich meine, das Potentialwachstums haben Sie zum ersten Mal schon mehrfach bei mir gewesen und wir haben über das Wachstum gesprochen.
00:44:56: Und sie haben immer schon gesagt dem Motto Wir haben keine Teflon-Wirtschaft, das war das erste Mal vor vielen Jahren ihre Aussage.
00:45:04: Damals ging es uns auch besser, wo sie überhand zu haben und es würden schlechter gehen.
00:45:07: Daher war das Polizialwachstum immer schon das Thema.
00:45:10: Und wir wussten immer schon die Demografie spricht gegen hohe Wachstumsraten.
00:45:15: Wir bräuchten Reform.
00:45:16: Ich glaube der Sachverständigenrad geht auch aus von Polizierwachstumen von nur vier Prozent oder perspektivisch noch weniger Demografie, ja wir können die Arbeitskräfte angeboten ein bisschen steigern indem wir Arbeitsanreize erhöhen und bisschen Reformen machen.
00:45:30: Aber wahrscheinlich ist das nicht der große Hebel.
00:45:32: Wahrscheinlich ist eine größere Hebel die Produktivität.
00:45:36: Und da wäre meine Frage halt kann man überhaupt was machen vor dem Hintergrund dass andere Länder ehliche Probleme haben?
00:45:42: Und kommt daran
00:45:44: zu
00:45:45: private Investitionstätigkeit.
00:45:46: Wir wissen ja, dass die Private Investitionen die Voraussetzungen sind für Protektivität zu wechseln Und die finden ja schon seit Jahren, denn die Stadt ist übertrieben.
00:45:55: Aber diese sind in Deutschland schon lange rückläufig.
00:45:57: Ich meine gibt es überhaupt relevante Hebel das Polizistarwachs zum Entscheidend zu erhöhen?
00:46:03: Oder müsst ihr es einfach damit abfinden?
00:46:04: Nein, damit müssen wir uns nicht abfinden!
00:46:06: Ein ganz wichtiger Hebel ist die Regulierung auch die am Arbeitsmarkt.
00:46:11: übrigens wenn wir umsteigen würden auf ein Flex-Security System wie es die skandinavischen Länder kennen Also praktisch den Kündigungsschutz schleifen und dafür die Lohnersatzraten etwas großzügiger gestalten, sodass niemand in das Bodenlose fällt.
00:46:28: Aber den Wechsel von einem Arbeitsplatz zum nächsten nicht so zu blockieren, wie wir das derzeit tun durch höheren Kündigungsschutz – das würde ermöglichen dass wir insbesondere viel mehr auch Forschungs- und Entwicklungsleistungen sehen in riskanteren Geschäftsmodellen, die aber die Chance mit sich bringen dann wirklich Disruptiv, wie man ja neu Deutsch sagt auch mal Produktivität schübe in größerem Ausmaß zu ermöglichen.
00:46:54: Was wir in Deutschland ganz gut können sind zur Inkrementelle in Innovation wo also das Risiko dass man Scheitern ziemlich gering ist.
00:47:01: aber dafür sind eben auch die Produktivitätsvorsprünge oder Produktvorsprünger die man damit erreichen kann überschaubar weil das scheitern in Deutschland viel zu teuer ist.
00:47:13: Und das hat sehr viel mit der Arbeitsmarktregulierung zu tun und auch mit sonstigen Regulierungen zu tun, überhaupt neue Geschäftsmodelle aufzubauen.
00:47:20: Selbst bei der KI diskutieren wir ja derzeit hauptsächlich mögliche Risiken bevor wir mal anfangen die Möglichkeiten auszutesten.
00:47:29: also da könnte man eine Menge machen dass auch eben die Produktivität steigt den Steuer keil auch wieder zurückzuschrauben, wird natürlich der Standort attraktiver für Investitionen.
00:47:44: Ich muss jetzt zum Potenzialwachstum noch etwas sagen weil sie haben ja eine aufmerksame Hörerschaft und die werden wahrscheinlich das Frühjahrsgutachten kennen und dort haben wir gesagt gegen Ende des Jahrzehntes also in wenigen Jahren sind wir beim Nullwachstums angekommen.
00:48:00: und wenn man jetzt das Herbstgut achten in die Hand nimmt sieht man oh mittlerweile Wachstum
00:48:07: für dich.
00:48:07: Wow, das ist ja super!
00:48:08: Jahre
00:48:09: dreißig und einunddreißig.
00:48:10: Wir haben also das Wachsstum nach oben revidiert aber dazu braucht es einige Erklärungen.
00:48:17: Das hat erstens überhaupt nichts mit der Wirtschaftspolitik zu tun denn die hatte in der Zwischenzeit nichts geliefert was das hätte bewirken können.
00:48:24: Es hat etwas mit Datenrevisionen zu tun insbesondere Und das ist auch kein Vorwurf, es ist ein ganz normaler Prozess.
00:48:31: Das Statistische Bundesamt bekommt nach und nach immer bessere Informationen herein die sie einarbeitet auch in die Wirtschaftsstatistik für die vergangenen zurückliegenden Jahre.
00:48:42: Da stellt sich jetzt die Situation etwas besser dar.
00:48:45: insbesondere im Jahr vierundzwanzig ist jetzt dieser deutliche Rückgang mehr oder weniger dekrevidiert worden.
00:48:51: Das hat Auswirkungen auf die Potenzialschätzung, also das Produktionspotenzial können wir ja nicht einfach messen oder beobachten müssen wir schätzen und das schätzen wir auf der Basis der Entwicklung der vergangenen Jahre insbesondere unter Berücksichtigung dessen was wir schon über die Zukunft eben auch wissen demografie usw.
00:49:08: So.
00:49:08: dann gibt es aber noch einen weiteren Effekt und der scheint mir wichtig zu sein weil er ungefähr für ein Zehntel knappes Zehnteil wird diese Aufwärtsrevision verantwortlich ist und der uns auch in Zukunft erhalten bleiben wird.
00:49:19: Und zwar misst man jetzt die unterstellten Mieten für diejenigen, die in ihren eigenen Verwänden wohnen etwas anders als man das bislang getan hat.
00:49:30: Das ist eine Harmonisierung im europäischen Verfahren der für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.
00:49:36: Man trägt jetzt dem Umstand Rechnung dass sich die Wohnungsqualität im Durchschnitt Jahr für Jahr immer etwas verbessert weil es werden ja neue Wohnungen gebaut Alte werden irgendwann mal wieder abgerissen, sodass im Durchschnitt die Qualität des Wohnungsbestandes sich verbessert.
00:49:52: Und das wird jetzt berücksichtigt, indem man die unterstellten Mieten auch qualitätsbereinigt und das für sich genommen rückgerechnet bis zehntelf führt dazu dass wir Die Wirtschaftsleistung die dadurch erbracht wird die sich also die hauseigentümer in ihren eigenen vier Wänden Wohnen selber erstellen, dass die jetzt etwas stärker zu Buche schlägt und etwa knappes Zehntel Jahr für Jahr zusätzlich Beiträglich zur Wirtschaftsleistung.
00:50:23: Das ist methodisch vernünftig.
00:50:25: ja das man will ja letztendlich nicht jede Preiserhöhung einfach nur als Inflation messen.
00:50:31: wenn dahinter tatsächlich eine Qualitätsverbesserung steht dann soll das ja gerade raus gerechnet werden.
00:50:36: also alles methodisch Vernünftig Auf der anderen Seite sehen das ist eben eine unterstellte Transaktion, eine unterstellte Wertschöpfung.
00:50:46: Die kann man nicht besteuern.
00:50:48: Das heißt für den Finanzminister ist die Botschaft wir haben ein etwas höheres Potenzialwachstum auch in Zukunft weil dieser Effekt jedes Jahr stattfindet.
00:50:56: aber dafür kann man sich nichts kaufen.
00:51:01: die Schuldentragfähigkeit, das verbessert einfach nur die Art und Weise wie wir die Wirtschaftsleistung messen.
00:51:07: Die in diesem Land erbracht wird aber eben nicht die fiskalischen Spielräume und deshalb ist es wichtig sich auch mal ins Unterholt der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zu begeben wenn man interpretieren möchte und verstehen möchte was sagt eigentlich so eine aufwärtsrevision des Produktionspotenzials aus?
00:51:26: Ich würde gerade sagen, also wenn er klingbar zuhör, würde ich das sagen.
00:51:28: Na super!
00:51:29: Da muss ich den Wert zur Wachstum bei Immobilien nicht stärker besteuern.
00:51:32: Also ich glaube schon dass es da Wege gäbe weil ich bin total faszinierend.
00:51:35: Wenn Sie mir im Prinzip jetzt haben... Ich dachte immer Potenzialwachstum, dann denke ich immer so am Maschinen und an richtig was anpacken.
00:51:42: Und dann sagen sie mir nach dem Motto ja gut, also ich releviere meine Wohnung und das ist im Prinzip dann in der Statistik drin als Potenzahlwachstums Hab ich was dazu gelernt, aber es beruhigt mich jetzt nicht sehr.
00:51:53: Das ist nicht dazurichtig, würde ich sagen alles
00:51:55: gut.
00:51:55: Wir nennen das immer Produktionspotenzial, aber Produktion heißt ja für uns Ökonomen die gesamten Wertschöpfungsprozesse in einen Topf geworfen.
00:52:04: also sind alle Dienstleistungen dabei und die klassische Produktion mit den Maschinen dabei auch die Landwirtschaft dabei Alles was an ökonomischer Aktivität stattfindet und die Wertschöffung darstellt.
00:52:18: Das messen wir am Ende mit dem Produktionspotenzial.
00:52:20: Was ist die Wirtschaftsleistung gemessen an Bruttoinlandsprodukt bei Normalauslastungen?
00:52:24: Dazu gehört natürlich auch, dass man diese unterstellten Transaktionen hat.
00:52:30: Wir haben ein noch viel größeres Problem beim Staat den für die staatlichen Leistungen, die steuerfinanziert sind gibt es keine Preise.
00:52:39: D.h.,
00:52:40: da muss die volkswirtschaftliche Statistik etwas leisten.
00:52:44: das grenzt fast an einem Mission impossible.
00:52:47: Sie müssen eine Transaktion bewerten, zu der es keine Marktpreise gibt.
00:52:51: Man behilft sich dann einfach damit, dass man sagt naja gut, dann rechnen wir einfach die Kosten zusammen und unterstellen mal das das dann schon ungefähr dem Wert entspricht der Leistung, die da erbracht wird.
00:53:04: Genauso funktioniert ja die Preisbildung in allen marktbasierten Aktivitäten gerade nicht.
00:53:10: Da können sie nicht einfach ihre Kosten zusammerechnen sondern es geht ja genau anders herum, am Markt bildet sich ein Preis und danach entscheidet sich welche Kosten überhaupt getragen werden können.
00:53:24: Und die erste Komponente, die reagiert sind die Gewinne und dann wären alle anderen Preisveränderungen eben entsprechend auch weitergewälzt auf die anderen Produktionsfaktoren.
00:53:35: Genau das hat man beim Start nicht und deshalb nimmt der Anteil der unterstellten Transaktionen immer weiter zu.
00:53:43: So vernünftig das auf der einen Seite ist, mit Blick auf den Versuch die Wirtschaftsleistung möglichst umfassend zu messen.
00:53:50: So vorsichtig muss man eben sein wenn man sich meint mit diesen unterstellten Transaktionen dann reicher zu rechnen als man tatsächlich ist.
00:53:59: Nehmen wir beispielsweise mal an die, die haben ja einen eigenen Kasten dazu auch aufgeschrieben in einem Sonderkapitel im Herbstgutachten.
00:54:07: zur Frage der Investition in Rüstungsgüter Ja, das sind Investitionen.
00:54:12: Ja die erhöhen den Kapitalstock.
00:54:14: jeder Panzer jede Kaserne all das was jetzt zusätzlich gebaut wird erhöht den Kapitals stock.
00:54:20: aber dass es eben nicht die Art Kapitals Stock die der Arbeits Produktivität in Deutschland anheben kann.
00:54:27: und da muss man eben auch vorsichtig sein dass man sich davon nicht plötzlich Wachstumseffekte verspricht die gar keine sein können.
00:54:35: Aber bei Ihren Kollegen sagen auch, wenn wir mehr Geld in Rüstusforschen stecken würden, mehr entechnologische Kapazitäten stecken würde.
00:54:43: Also beispielsweise da Drohnen zu bauen und kaufen die Fähigkeiten des entwickelnden Drohnes überhaupt bauen zu können dann würde das sich schon über Spillover-Effekt in der Wirtschaft wieder schlagen.
00:54:55: Ja, also zu meinen haben wir hier schon konjunktiv.
00:54:57: Wenn wir das machen würden derzeit tun wir das kaum sondern derzeit ist es eher eine Skalierung dessen was man schon kennt als wäre im Zweifel konventionelle Rüstungsausgaben hochgefahren.
00:55:08: zum anderen gibt es auch bei Forschungs- und Entwicklung eine Ressourcenkonkurrenz.
00:55:13: Also die Leute die diese Drohnen und Sicherheitstechnologien entwickeln können die würden ja sonst nicht Däumchen drehen und arbeitslos werden sondern die wären in anderen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im zivilen Sektor eingesetzt.
00:55:26: Deshalb bin ich immer sehr vorsichtig, dieses Billover Effekte sehr hoch anzusetzen.
00:55:32: Die wird es auch geben können... Es ist aber auch nicht ganz klar, in welche Richtung sie dominanterweise gehen.
00:55:39: Also man kann auch das Argument machen ein Land was einen sehr starken Zivilen Forschungssektor hat hat entsprechende Möglichkeiten, dann auch militärische Fähigkeiten zu entwickeln.
00:55:50: Also da geht es dann eher davon wenn ich eben stark bin in KI, wenn ich stark bin im Software, in Satellitentechnologie und so weiter.
00:55:58: Navigationstechnologie all das was auch im zivilen Sektor nachgefragt wird Das kann ich dann auch militarisch nutzen um Zielobjekte zu identifizieren und die rechtzeitig abzuschießen wenn sie mich bedrohen usw.
00:56:10: dass die Spillovers vom Zivilensektor in die militärischen Fähigkeiten eben auch eine große Rolle spielen.
00:56:17: Und am Ende des Tages ist eben die Zahl der Arbeitskräfte, die wir in diesen Hochtechnologie bereichen, egal ob militärisch oder zivil einsetzen können begrenzt und das müssen wir dabei immer im Blick haben.
00:56:28: Aber unabhängig davon gilt klar Wir sollten uns viel kritischer anschauen Ob wir denn mit den zusätzlichen Verteidigung ausgaben wirklich in nennenswertem Umfang zusätzliche militärische Fähigkeiten erlangen oder einfach nur mehr Geld auf ein Problem werfen und dass wir tatsächlich dadurch verteidigungsbereiter werden?
00:56:53: Ja, aber gut.
00:56:53: Aber wir haben ja generell das Thema Wir werfen mehr Geld aus.
00:56:55: die Probleme Ich meine, wir haben jetzt gerade gesagt, das Polizeivachstum, da haben wir eigentlich eine technische Revision, aber die wirklich irgendeine Potenziale sind nicht besser geworden.
00:57:04: Der Kendihebel Demografie schwierig, Produktivität setzt die Investition voraus, setzt Reformen vorauss.
00:57:11: Wir sind im Wettbewerb in anderen Ländern.
00:57:13: ganz ehrlich gesagt ich meine ich höre den Zug und ich denke mir mal so eigentlich ist doch klar was jetzt passiert.
00:57:18: das Polizistenwachstum würde nicht hochgehen.
00:57:20: bei den Reformen wird man sich einigen können.
00:57:22: am Ende bleibt immer nur die Lösung mehr Geld dem Bürger zur Tasche zu nehmen um Löcher zu stopfen.
00:57:27: oder man macht mehr Schulden und man kann ja auch sagen naja die Amerikaner machen Schulden die Franzosen machen schulden alle machen schulten dann machen wir aufschulden Ist ja egal, hinterher werden die Staaten schon gemeinsam irgendwie über Inflation oder EZB-Finanzierung sich das Problems bewältigen.
00:57:42: Und damit ist das Thema durch.
00:57:44: Ich sehe gar kein anderes Szenario als wenn wir jetzt mal ehrlich sind.
00:57:47: Das Wachstum wird nicht kommen!
00:57:48: Die Grundliegen in der Sozialstadt zu formen werden nicht kommen.
00:57:50: Massive Verteilungskonplikte gegebenes Mangel erwachsen zu tun.
00:57:54: Der Schuldenausweg hat funktioniert.
00:57:56: man kauft sich dann mit Zeit und man sitzt mit anderen im Boot oder macht am besten auch europäische Schulden.
00:58:01: Wird ja auch gefordert, ich Emmanuel Macron sagt Okay, ich habe keinen freien Spielraum mehr in Frankreich.
00:58:06: Also lasse doch europäische Schulden machen!
00:58:08: Also müssen wir nicht beide realistisch sein?
00:58:10: Das ist schön und gut.
00:58:10: Wir können lange uns überlegen wie man von uns da wachsen hebt aber die Wahrheit wird einfach bitter sein.
00:58:15: das gegebene Demografie geben die politischen Mehrheiten.
00:58:18: Wir faktisch nur noch dass die Stere haben werden Löcherstopfabgabenerhöhungen und Schuldenmachen.
00:58:25: Das jetzt eine politökonomische Prognose.
00:58:28: Da muss man aber immer dazusagen, das ist keine Zwangsläufigkeit.
00:58:30: Es ist nicht so dass wir sagen müssten der Zug ist abgefahren die Politik kann tun und lassen was sie will da ist nichts mehr zu retten.
00:58:38: So ist es nicht sondern man kann umsteuern.
00:58:40: Das ist auch kein Geheimwissen wie man umsteuen müsste.
00:58:45: Und unsere Rolle als ökonomische Berater ist eben darauf hinzuweisen welche Wege welche Optionen es noch gibt So ein Fatalismus zu sagen, naja es ist hin nicht zu retten wir inflationieren am Ende überschuldete Staaten wieder weg.
00:59:01: Das kann nicht die Lösung sein.
00:59:03: dann würde ja die Politik auch sagen Ja gut also wenn auch von den Ökonomen keine Vorschläge mehr kommen Dann machen wir das jetzt einfach.
00:59:10: Da muss man immer wieder darauf hinweisen dass das katastrophale Folgen hätte und zwar gerade für diejenigen die ökonomisch als die Schwächeren gelben.
00:59:21: Die werden unter einer solchen Lösung des Weginflationiens am allermeisten leiden.
00:59:27: und es gibt ja weitere Gegenkräfte, die kurzfristig wirken etwa die Abwanderung vom Standort.
00:59:33: also das sollte auch den Älteren, die vielleicht meinen, oh, wir pressen die junge Generation noch ein bisschen aus, die können sich ja gar nicht dagegen wehren doch sie können sich wehre.
00:59:42: Alt-und-Jungen sitzen am Standort in einem Boot mit dem großen Unterschied, die Jungen können noch auch steigen und dann müssen die Älteren alleine weiter rudern.
00:59:51: Und diese Alternative kann man den Menschen ja auch klarmachen, zumal wir ja die ganze Zeit hier diese Reformblockade haben.
01:00:03: nicht um den Rentnern irgendwie etwas abzuverlangen sondern denen die mehr oder weniger kurz vor der Rente stehen ist eine relativ kleine Bevölkerungsgruppe zu deren Gunstmann derzeit bei den Reformen kaum vorankommt.
01:00:19: Also wenn es um das Renteneintrittsalter geht, dass kann jeden bereits verrenteten Menschen ja völlig kalt lassen.
01:00:27: Niemand wird zurück an die Drehbank beordert, wenn das Renten-Eintrittsalter erhöht wird.
01:00:32: Ja, das hat dann auch Effekte auf die Rentenhöhe.
01:00:36: Das würde aber die Rentenhöhe sogar etwas steigern können Wenn wir an dem Verhältnis zwischen Erwerbs tätigen und Bezieren von Renten etwas zum positiven verändern.
01:00:47: Und für die junge Generation gilt dasselbe, für die ist die Rente noch weit weg.
01:00:52: da sind derzeit eher die hohen Renten Beitragsätze das Problem.
01:00:58: also hier könnte man wenn man politisch klug agiert eine breite Koalition zwischen alt und jung schließen und dann solche Reformprozesse auch in Gang setzen.
01:01:08: und ich erinnere auch immer wieder gerne daran.
01:01:10: es gibt Länder Beispiele wo die Situation Verfahren schien Aussichtslowschien, vereinigte Königreichen in siebziger Jahren.
01:01:20: Aber auch hier unsere Arbeitsmarktreformen mit der Agenda Jahrzehnteinzehn im eigenen Land jüngst in Argentinien wo die Situation zugegebenermaßen noch viel desaströser war als sie derzeit bei uns ist.
01:01:32: aber dort sieht man ja beispielsweise in Argentinen wie solche Reformen dann relativ schnell wenn sie konsequent angepackt werden auch positive Wirkungen entfalten können.
01:01:42: Auch von solchen Beispielen kann man sich inspirieren lassen, ja dafür braucht es dann natürlich auch politische Akteure die derzeit auf der Bühne so noch nicht erkennbar sind.
01:01:51: aber manchmal kommen sie auch überraschend um die Ecke.
01:01:54: deshalb bin ich oder werden so aus der Not geboren.
01:01:57: also wenn der Problempegel steigt wird werden auch die Schiffe der Problemlöser mit angehoben.
01:02:04: Aber Professor Kurz jetzt der Problemdruck steigt.
01:02:09: da komme ich nochmal zurück zu meiner Auffassung von vorher, ich meine die Absichtkeit ist nicht so hoch.
01:02:16: Die Verlust an Arbeitsplätzen bei der Automobilstiliefererindustrie, bei der Autobigindustrie generell in der Industrie, der war kurz in Schlagzeilen aber das ist es jetzt.
01:02:26: Meine VW baut fünfzigtausend hunderttausende Arbeitsplätze ab und wir werden Werke werken schließen wenn es jetzt nicht so ist, dass sich das Land brennt.
01:02:34: Es ist meine Beile bei Schroederbeer also zu Schroederszeiten hätte da jetzt jeden Tag Sondersendungen drüber gegeben.
01:02:39: eigentlich kann man sagen es interessiert eigentlich keinen.
01:02:42: und da ist für mich die Frage, ich sage dem Motto Naja... Ist es einfach so, dass wir mit dem Geld, mit den Schulden im Prinzip uns noch solange eine ruhige Welt kaufen können?
01:02:55: Und quasi den Druck.
01:02:57: Sie werden sich jetzt, ich geniere Antwort auf euch.
01:02:59: Ich will sagen aus politischer Sicht, dass ich sage, ich kann mir noch Zeit kaufen es ist doch nicht akut das Problem.
01:03:06: wahrscheinlich können Reformen erst im Jahr zwanzig kommen wenn wir einen in das große Loch am Staatshaushalt gucken Wenn wir nochmal sich hunderttausend weitere Alte zu verloren haben.
01:03:17: Das ist dann der Druck so groß, dass man die Reform machen kann Und nicht heute.
01:03:22: Also insofern ist es schwierig, heute so ein Form zu machen weil die Bevölkerung abstrakt sagt der Jahreform brauchen wir aber eigentlich individuell sagt warum jetzt mit mir?
01:03:30: Ich bin Jahrgang vierundsechzig.
01:03:32: ich kann auch sagen ich bin genau der Jahrgang den sie gerade richtigerweise gesagt haben.
01:03:36: öffnen können als die Lasten abschieben was man das tun soll.
01:03:38: ich bin ich von einer Meinung.
01:03:39: aber ich kann noch sagen ich spiele auf Zeit muss sich auch retten da binden und dann kann man ein paar jahren später und ich will heute die die auf zeit spielen.
01:03:47: also ist das nicht so dass der schaden noch viel größer sein muss?
01:03:51: Und dann, wenn das so ist... ...ist es nicht auch so, dass wir dann leider Gott so viel an Struktur verloren haben.
01:03:57: An Substanz!
01:03:59: Dass wir das nicht mehr retten können.
01:04:00: Weil mit großem Unterschied aus meiner Sicht zu Schröder ist.
01:04:03: doch damals hatten wir Industrien die waren technologisch noch überlegen.
01:04:07: Wir waren führend.
01:04:09: Jetzt haben wir mit China und anderen Webbewerber die teilweise eben technologischer vor uns sind und billiger sind.
01:04:15: Das ist eine lange Frage.
01:04:17: Wir haben zum einen weniger Reformen Druck, und zum anderen haben wir ein viel schlechteres Reformumfeld.
01:04:23: Damals ging es darum, eine technologische und so weiter wettbewerbsfähige Industrie wieder richtig weppwerfsfähig zu machen preislich.
01:04:32: Jetzt ist es so, dass wir keine preisliche Weppwerbsfähigkeit mehr haben, weil unsere lokalsten Kosten zu hoch sind.
01:04:37: Wir hatten aber auch technologisch die Weppwärmsfähigkeit verloren bei eben im wichtigen Bereich Elektroobilität
01:04:43: usw.,
01:04:44: andere die Nase vorne haben.
01:04:46: Und das macht doch eigentlich die Reformen noch viel... Eigentlich würde sie dringender machen, auf der anderen Seite könnte ich auch sagen, hat jemand dann ja gut?
01:04:52: Selbst für den besten Sozialstaatsreformen hole ich den technologischen Rückstand nicht mehr auf der Eingetreteness.
01:05:00: Das sehe ich anders!
01:05:00: Also erstmal stimmen wir vollkommen zu.
01:05:02: mit jedem Jahr wo wir diese Reformprozesse hinauschieben entstehen enorme Kosten.
01:05:09: Was ist so?
01:05:10: also?
01:05:10: im schlimmsten Fall hätten eine verlorene Legislaturperiode, wo im Grunde gar nichts vorangegangen ist.
01:05:17: Dann haben wir vier Jahre weiterhin die Kosten eines Strukturwandels der ja politisch vor allen Dingen beschleunigt ist.
01:05:25: Das dürfen wir ja nicht vergessen!
01:05:26: Wir haben... Die Industrie ist hier ja nicht aus sich heraus aus dem Takt geraten sondern weil wir ihr erhebliche Steine in den Weg gelegt.
01:05:35: Stichwort Energiepolitik, stichwort Verbrennerverbot das haben ja andere Wirtschaftsräume nicht nachvollzogen.
01:05:44: Das müsste man also schleunigst wieder ändern, auch um den gesamten Anstrukturwandel wieder viel organischer stattfinden zu lassen – einen allmählichen Übergang von alten zur neuen Technologie hat es immer gegeben und wir müssen aufpassen dass wir die Politik nicht darauf ausrichten die bisherigen Strukturen die hier die Wertschöpfung getragen haben maßgeblich zu konservieren.
01:06:04: Irgendwann ist die Zeit für jede Technologie mal oben, man darf es nur nicht politisch übers Knie brechen.
01:06:10: und was die technologische Führerschaft angeht das ist ja nicht so dass man sagen kann Es gibt ein deutsches Know-how Das irgendwie in Deutschland besteht Und der übrigen Welt irgendwie vorenthalten werden kann.
01:06:22: So wie andere von uns gelernt haben können wir natürlich auch von anderen lernen und über Direktinvestitionen Uns hochproduktive Arbeitsplätze ins eigene Land holen.
01:06:33: Der Standortwettbewerb, der Zukunft wird maßgeblich ausgetragen werden über den Wettbewerk um die Talente der Welt.
01:06:40: Das heißt wenn wir diesen Wirtschaftsraum wieder attraktiv aufstellen dann hat man auch immer wieder die Chance die Kurve wieder umzudrehen.
01:06:50: also es ist nicht so dass man sagen kann jetzt noch zwei drei verlorene Jahre Und dann ist der Zug endgültig abgefahren, dann fällt man ins Bodenlose.
01:06:59: Man kann ja jeden Wirtschaftsraum – egal wie weit man ihn runtergerockt hat – durch entsprechende Reformen wieder flott machen.
01:07:07: Ist das wirklich so?
01:07:08: Ich will immer challenging!
01:07:09: Weil schauen Sie was.
01:07:11: wir können zwar viele Reformen machen aber wir können die demografische Strukturdurchschluss nicht ändern.
01:07:15: Die können wir nicht ändern.
01:07:17: Wir können ein bisschen was verändern, indem wir attraktiver werden für gut qualifizierte Zuwanderer.
01:07:22: Genau,
01:07:23: die werden natürlich nicht kommen wenn so hohe Abgaben lassen sind für viele Menschen, die allzu wenig arbeiten.
01:07:28: Genau.
01:07:28: aber deshalb sozusagen alles das Drehen an der Steuerschraube in Richtung immer höhere Abgaben wieder zurückdreht macht uns gleichzeitig auch attraktivere für die Talente der übrigen Welt.
01:07:41: daran müssen wir arbeiten sonst machen sie weiterhin einen großen Bogen um uns.
01:07:45: und Derzeit haben wir auch eben schon erhebliche, na erhebbliche, sagen wir mal nicht.
01:07:49: Aber netto Abwanderung von Gutqualifizierten die uns Sorgen machen soll.
01:07:54: Sollen wir fragen warum verlassen die eigentlich einen Standort?
01:07:58: Klar das muss dann Hand in Hand gehen.
01:08:00: aber sozusagen wenn man den ganz großen Bogen spannt und man sich in der Wachstumstheorie fragt was ist am Ende entscheidend dafür dass Wirtschaftsräume prosperieren.
01:08:11: Dann kommt man immer am Ende des Tages dahin, dass man sagt es liegt an den Institutionen.
01:08:17: Hat man entsprechende wachstumsfreundliche Institution?
01:08:21: Dann zieht man mobile Produktionsfaktoren an.
01:08:24: das war früher vor allen Dingen das Kapital.
01:08:26: Das ist heute insbesondere das Kapitel auch in den Köpfen also das berühmte Humankapital.
01:08:32: und wenn man sich dafür attraktiv aufstellt dann kann man hier auch wieder ganz vorne mitspielen.
01:08:39: nur dann muss man sich verabschieden von einer industriepolitischen Ideologie, die davon ausgeht dass der Staat schon weiß worauf die Entwicklungs- und Marktprozesse alle zulaufen würden.
01:08:54: Dann muss man eine immer wieder strapazierte Schlagwort der Technologieoffenheit auch tatsächlich mal in Gesetzesform gießen.
01:09:05: dann muss man Regulierungen zurücknehmen Man muss sie systematisch auf dem Prüfstand stellen und zwar in allen Belangen wieder mehr Freiräume für unternehmerische Aktivität schaffen, dann kann man so einen Standort wieder flott machen.
01:09:19: und mit Blick auf die Trägheit.
01:09:21: Da würde ich jetzt auch mal mit Blick Auf die Umfrageergebnisse und auch den Ausgang der jüngsten Landtagswahlen sagen also besonders erfolgreich ist ja diese Durchwurschtelpolitik der bisherigen Parteien, die die Bundesregierung tragen an der Wahl ohne nicht.
01:09:38: Die werden ja mittlerweile so Richtung Einstelligkeit degradiert, also zu sagen irgendwie läuft es doch.
01:09:45: Die Leute wählen uns ja weiterhin – so ist das nicht!
01:09:47: Also die Menschen spüren ja dass das irgendwie keine Dauerlösung sein kann und wünschen sich eine Veränderung in welche Richtung die dann geht.
01:09:56: da kann man noch Fragezeichen setzen?
01:09:58: Ja,
01:09:59: obwohl ich gerade mal ganz gestattet habe.
01:10:01: Also ganz ehrlich, also die meiner AfD ist es so, AfD sagt Rente betragen und Sättigen muss bleiben, Rente muss sogar erhöht werden, das ist ja das angebote AfD Und die Linkspartei möchte sein Eigentum abschaffen.
01:10:12: Ich meine einfach ganz ehrlich.
01:10:14: kurz wir haben gesprochen über den ganzen Hebel Aber das was jetzt da gewinnt grade Ist das Gegenteil.
01:10:21: Es ist mehr Sozialstaat Die Abschaffung von Eigentum, ich glaube es ist sicherlich nicht das richtige Signal in dem Umfeld oder?
01:10:29: Absolut.
01:10:30: Das geht natürlich... Also das schwächt den Standorten auch weiter und das will ja deutlich unterstreichen.
01:10:35: also wir sind mittlerweile bei der internationalen Rankings zur Standortqualität auf Platz vierundzwanzig wieder abgerutscht Und was uns überhaupt noch auszeichnet ist unsere institutionelle Qualität.
01:10:50: die ist weiterhin unter den Top Fünf auch was Eigentumsschutz angeht.
01:10:56: und wenn wir das jetzt noch zerbröseln durch solche unsäglichen Vergesellschaftungs- und Verstaatlichungsdebatten, dann beschädigen wir den Standort massiv.
01:11:10: Mit Blick auf die AfD hat man so etwas wie mindestens zwei Parteien in einer, einen noch eher marktwirtschaftlich orientierten Flügel aus der Gründerzeit und eben auch ein sehr etatistischen Flügle.
01:11:21: Und da ist derzeit meines Erachtens nicht ausgemacht.
01:11:24: wer dort den Ton angibt musste die Partei auch bislang nie entscheiden, weil sie nie in der Verlegenheit war für irgendetwas Verantwortung zu übernehmen.
01:11:32: Da kann man natürlich von allen Seiten den Protest auf die eigenen Mühlen lenken.
01:11:37: Da haben es die anderen Parteien dieser Oppositionspartei auch denkbar einfach gemacht.
01:11:42: So nehmen wir mal das Beispiel Rentenreform.
01:11:45: da ist dieses drei Säulenmodell was ja auch der Vorschlag vorsieht, den die Rentenkommission gemacht hat Absicherungsdivor von etwa siebzig Prozent des vorangegangenen Einkommens ermöglichen sollen, etwas was sich auch bei der AfD findet.
01:12:02: Hier könnte man also beispielsweise diese Parteien dann auch mal in die Pflicht nehmen und sagen okay wir haben jetzt hier einen Vorschlag, der kommt eurem Parteiprogramm ziemlich nahe, tragt ihr den mit?
01:12:13: Und dann wird man ja sehen ob Sie den mittragen wollen oder nicht oder ob Sie tatsächlich als Fundamental-Opposition nur blockade Politik betreiben wollen.
01:12:21: wenn Sie klug sind machen Sie es nicht weil dann würden sie nämlich als relevante Politik-Alternative ausscheiden, bevor Sie überhaupt angefangen haben.
01:12:30: Und wenn Sie klug sind, würden Sie sich auf eine konstruktive Mitverantwortungspolitik einlassen.
01:12:37: und wenn wir das mal im historischen Vergleich betrachten, dann war es ja bei allen Parteienneugrundungen so dass die meistens ziemlich radikal begonnen haben.
01:12:47: Das war auch bei den Grünen so, raus aus der NATO, Anti-EU, Soldaten sind Mörder und solche Parolen wurden dort noch bedient.
01:12:59: Und in dem Moment wo sie eben Realpolitik machen mussten, sind dann auch die größten radikalen Wortführer dann aus der Partei auch ausgetreten.
01:13:09: Wir denken noch an Jutta Ditford, die das alles für Verräterthum hielt wie man sich jetzt so mit der Realität arrangieren könnte und plötzlich Dinge mitträgt, die man ja aus ideologischer Sicht ablehnen müsste usw.
01:13:21: Und das war auch eigentlich das Erfolgsrezept des bundesrepublikanischen Systems.
01:13:26: wenn es Repräsentationslücken im politischen Spektrum gibt damals Umweltschutz Friedenspolitik usw.
01:13:33: empfaltet der Grünen sie dann eben hinein zu ziehen stärker in die Mitte Parteinspektrums durch Mitverantwortung dann eben auch die größten Illusionen platzen zu lassen und eine solche Repräsentationslücke wiederzuschließen.
01:13:51: Und das hat man meines Erachtens jetzt im Falle der AfD viel zu lange versäumt, und durch diesen Ausschluss von jedweden Mitbestimmungen dazu geführt dass wir derzeit ne Blockade des politischen Systems haben.
01:14:06: Und das ist für sich genommen ein Standortnachteil, denn der große Vorteil des Westling-Systems besteht ja darin dass wir durch demokratische Entscheidungen einen friedlichen Machtwechsel organisieren können und mit diesem Machtwechsel soll typischerweise immer auch ein Politikwechsel verbunden sein können.
01:14:27: wenn man jetzt aber für längere Zeit eine Situation hat wo die Leute ankreuzen können was sie wollen aber im Grunde immer die gleiche Politik bekommen, dann wird hier das demokratische System dysfunktional und zwar jetzt erstmal vollkommen unabhängig davon was man von den jeweiligen parteipolitischen Vorschlägen hält.
01:14:46: Und deshalb ist es wichtig auch von der Standortfrage her dass man wieder zu einer Situation kommt wo demokratische Entscheidungen mit einem Politikwechsel einhergehen können weil nur so findet man eben aus Sackgassen wieder heraus Dass man am Ende ein Politikwechsel nun dadurch meint, erreichen zu können dass eine bisherige Oppositionspartei plötzlich absolute Mehrheiten erringen muss.
01:15:15: Weil da haben wahrscheinlich viele eher einen Ein schlechtes Gefühl, wenn eine Partei die bislang noch nie in Regierungsverantwortung war plötzlich sämtliche Exekutivpositionen besetzen muss.
01:15:26: Da wird irgendwann dann auch die Personaldecke wahrscheinlich überstrapaziert und das Erfolgsrezept der bundesrepublikanischen Tradition war ja neue politische Kräfte allmählich einzubinden sie damit auch vertraut zu machen mit der Komplexität die im politischen Prozess nun mal unvermeidlich ist und dadurch auch mehr zu erden.
01:15:50: Und ich denke mal, das haben wir jetzt nicht gut hinbekommen und man müsste schauen wie man das jetzt in die Wege leitet.
01:15:59: Herr Kurz, es ist natürlich lange geplaudert, da müssen wir zum Ende kommen.
01:16:02: Aber eine Frage habe ich dann noch und zwar Europa.
01:16:04: Ich meine, wir haben jetzt wieder viele Reformen gesprochen, nötig sind.
01:16:07: aber eigentlich könnte man auch sagen, die Probleme gerade aus Schicht für Bürokratie war sehr.
01:16:11: ein bisschen wichtiger hier im Handelsfaktor ist die Produktivität.
01:16:14: Da kommen die Probleme ja aus Europa.
01:16:16: Wir kommen ja aus Deutschland
01:16:18: Die kommen aus Europa, aber Europa schwebt ja nicht als Raumschiff über uns.
01:16:21: Sondern wir sind ja Teil von Europa – mindestens ein Fünftel der Europäischen Union machen die Deutschen also das größte Mitgliedsland.
01:16:30: Es gäbe genügend Verbündete in anderen europäischen Ländern, die mitziehen würden.
01:16:35: Das heißt wenn aus Deutschland heraus eine Initiative gestartet würde die Europäische Union wieder stärker in das zu entwickeln oder vorwärts zu entwickeln besser gesagt wo sie mal herkamen.
01:16:46: Die stand ja lange Zeit für Marktöffnung, für Liberalisierung und gegen Abschottung.
01:16:53: wenn das wieder zum Markenkern der Europäischen Union würde dann würde sich auch vieles verbessern.
01:17:00: ich stimme absolut zu viele der Regulierungen wir hatten ja schon darüber gesprochen Verbrennerverbot Green Deal und so weiter kommt von der EU Ebene.
01:17:09: aber Das muss man dabei immer auch sehen.
01:17:14: Man kann sich nicht in allen Politikfällen hinter der EU verstecken, wir haben vorhin über FlexSecurity gesprochen, über Arbeitsmarktregulierung die in Dänemark und Schweden deutlich besser funktioniert als bei uns.
01:17:25: Es sind beides auch EU-Mitgliedsländer.
01:17:28: das heißt da gibt es weiterhin genügend nationale Kompetenzen.
01:17:32: umso wichtiger ist es meines Erachtens dafür zu sorgen dass dich die EU nicht immer weitere Kompetenzfelder wo sie als supranationale Organisation gar nicht zu suchen hat, erschließt.
01:17:44: Also es gibt ja jetzt Initiativen auch in der Arbeitsmarktpolitik immer stärker erst mal so Soft-Rulings die dann schon den Weg bahnen sollen zum nächsten vielleicht tatsächlich eine Zuständigkeit dem sollte man sich entgegenstellen sondern wieder stärker entflechten also wirklich supranationalen Belange auf der EU-Regeln und zwar nur auf der Ebeneregeln.
01:18:10: Und wieder stärkere Kompetenz, Rückverlagerung so dass wir auch Institutionenbettbewerb innerhalb der Europäischen Union haben da wo wir ihn brauchen können.
01:18:19: das gilt im Übrigen auch für Deutschland selber.
01:18:21: die ganzen Mischfinanzierungssysteme die wir hier haben sind völlig ineffizient bremsen den Staat aus machen ihnen unnötig teuer und übrigens auch ineffiziant weil völlig falsche Anreize gesetzt werden.
01:18:33: also eigentlich müssten wir auch über eine Föderalismusreform III noch einmal gründlich nachdenken, damit wir wieder klare Finanzierung und Verantwortung jeweils auf derselben Ebene zusammenbringen.
01:18:47: Und dann können auch insgesamt bessere politische Entscheidungen getroffen
01:18:50: werden.".
01:18:57: Und das Gute, was ich finde ist, dass sie optimist bleiben.
01:19:02: Unterschied zu mir.
01:19:03: Weil ich denke mir einfach so... Was Sie gerade gesagt haben, was die EU machen sollt, ist genau das Gegenteil von dem, was der EU jetzt macht.
01:19:08: Die EU will noch mehr Geld und will nur mehr Beamte.
01:19:12: Die Bundesregierung oder die Politik macht die Reform überhaupt nicht, die wir jetzt gerade diskutiert haben, sondern sie macht wirklich Symptom-Dinge und macht eigentlich eher Einlagenerhöhungen.
01:19:20: Die Föderalismusreform, ich meine niemand fraut es anzufassen aber natürlich müsste sie erfolgen!
01:19:26: Jetzt machen Sie ja seit Jahren politische Beratung.
01:19:29: Wie schaffen Sie es denn, obwohl sie nun bistens, dass man nicht erhört wird trotzdem müssen weiterzumachen?
01:19:36: Zum einen ist das mein Job.
01:19:37: Ich werde dafür bezahlt und das nehme ich auch sehr ernst und zwar nicht wird nicht bezahlt um irgendwelchen Milieus zu gefallen.
01:19:43: wir werden ja als institut der weltwirtschaft vom hauptsächlich vom steuer zahler bezahlt Und deshalb sehe ich auch die verantwortung darin für die allgemeinheit Dass immer wieder anzusprechen was wir für fachlich richtig halten.
01:19:56: Das ist mal das eine.
01:19:58: Aber das andere ist auch, dass man ja sehr wohl Erfolge erkennen kann.
01:20:03: Die sind nicht von heute auf morgen zu erzielen.
01:20:05: aber das ist eben der Städtetropfen, der auch Diskurse drehen kann.
01:20:10: Denken Sie mal an die Verheißungen, die mit der Energiewende verbunden waren.
01:20:14: da hieß es Das wird Wachstumsraten wie in den fünftiger und sechziger Jahren auslösen.
01:20:21: Mittlerweile würde wohl niemand mehr in politische Verantwortung mit so einer These an die Öffentlichkeit treten.
01:20:27: Vor vier Jahren war das noch Common Sense bei oder zumindest Mainstream, bei vielen politischen Akteuren.
01:20:34: Das gibt's nicht mehr.
01:20:36: Denken Sie an die Nullzins-Debatte in den zwanzigzehnern Jahren wo Die Meinung vorherrschte also wir wären jetzt in ein Zeitalter der säkularen Stagnation eingetreten.
01:20:47: auf Dauer würden jetzt die Zinsen null, wenn nicht gar real negativ sein und der Staat sei geradezu aufgerufen.
01:20:55: Die Verschuldung auszudehnen damit sich das Wirtschaftssystem nicht von alleine in eine Dauerdepression hinein schraubt.
01:21:04: Dem sind wir damals ja auch entgegen getreten.
01:21:06: und heute kommt wohl niemand mehr auf die Idee zu sagen die Staatsverschuldungen muss stärker erhöht werden weil andernfalls eine Depressionsgefahr einer säkulare Stagnation drohen würde sondern überall auf der Welt Gerade in der westlichen Welt wird diskutiert.
01:21:20: Die Staatsschuldenstände sind viel zu hoch und Zinsen sind alles andere als auf Dauer null oder negativ, übrigens wohl auch wegen des derzeitigen KI-Booms ist eben der Kapitalbedarf immer groß genug um die Ersparnisse eben auch in neue produktive Verwendung zu lenken.
01:21:37: So funktioniert nun mal ein marktwirtschaftliches System so.
01:21:40: das sind alles Dinge wo man jahrelang bestimmte Aufklärungsarbeit geleistet hat.
01:21:47: Das hat dann nicht sofort gefunkt, aber mit der Zeit eben doch.
01:21:52: und so muss man sich das eben vorstellen wie das Umsteuern eines Super Tankers dass man dann eben nicht einfach die Flinte ins Korn wirft sondern sich unbeirrt immer nach dem ausrichtet was man für vernünftig hält.
01:22:09: Wir machen auch Fehler sicherlich das ist ganz klar wir sind ja hier nicht die wenn ich das Orakel das alles immer besser weiß, aber ich denke schon dass solide ökonomische Beratung am Ende des Tages seine Wirkung nicht verfehlen wird.
01:22:25: Das wäre mal noch ein kurzer Kurs.
01:22:27: da würde ich in der Stelle sagen machen wir vor heute einen Schlussstrich hoffen das das erhöht wird und hofft dass es wirklich funktioniert.
01:22:32: wie gesagt Ich bin eher zurzeit in der frustrierten Ecke weil ich mit den Gefahren sind ist so schwierig.
01:22:39: Aber sie haben recht es ist nicht nur ihre Job Sie vertreten sich auch sehr gut.
01:22:42: Ich glaube, Sie haben heute wieder einen guten Beitrag geleistet zum besseren Verständnis für Wirtschaft.
01:22:46: Zumindest bei den Leuten die soweit gehen und sich für Wirtschaft interessieren in diesem Podcast anhören.
01:22:50: Vielen herzlichen Dank!
01:22:52: Und ich weiß, wir werden es irgendwann mal wieder fortsetzen und dann hoffentlich mit besserem Themen und da folge ich in Aussichten als heute.
01:22:58: Vielen herzlichen Dank!
01:22:59: Sehr gerne!
01:23:12: Soweit mein etwas ausführliches Gespräch mit Professor Stefan Kurz.
01:23:18: Es bleibt mir liebe Hörerinnen und Hörern Ihnen sehr herzlich fürs Zuhören zu danken.
01:23:23: Ich freue mich wie immer auf Fragen, Feedback, Kritik und Anregungen.
01:23:27: Und auch von Wiederhören am kommenden Mittwoch zur neuen Ausgabe vom BTO Refresh oder am kommende Sonntag zur neuen ausgabe des BTOs.
01:23:35: Bis dahin wünsche ich dir alles Gute!
01:23:37: Ihr Daniel Stelter.