beyond the obvious – Der Ökonomie-Podcast von Daniel Stelter – featured by Handelsblatt

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Transkript

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00:00:05:

00:00:14: Hello und herzlich willkommen zur neuen Ausgabe von BTO Refresh.

00:00:20: In dieser Woche blicken wir auf den Niedergang der Industrie in Deutschland.

00:00:26: Für einige wenige ist das ja noch eine Überraschung.

00:00:31: Für andere ist es keine Überraschung, sondern bereits seit Jahren harte Realität.

00:00:37: Die deutsche Chemieindustrie traumelt dem Jahresende entgegen.

00:00:41: Die Auftragspücher sind im Inland und im Ausland leer, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie.

00:00:49: große Endtruppe in diesen Tagen.

00:00:51: Die Chemieindustrie steht damit symptomatisch für den Niedergang in vielen anderen Bereichen.

00:00:58: Maschinenbauer melden Gewinneinbrüche, der Automielindustrie geht es bekanntlich.

00:01:03: Auch nicht gut.

00:01:05: Das alles ist kein Zufall.

00:01:08: Das alles ist die Folge einer Politik, die seit Jahren nichts für den Standort tut, sondern die Kosten in jeder Hinsicht nach oben treibt.

00:01:18: Das ist kein neuer Kenntnis, wie gesagt, sondern längst bekannt.

00:01:25: Haben Sie schon mal direkt gehandelt, also so richtig direkt, so, dass es gar nicht mehr direkt da geht?

00:01:32: Nein, dann sollten Sie es direkt malen mit der neuen App von Europas Directistim, Direct Broker, Tradegate Direct ausprobieren.

00:01:40: Tradegate Direct wurde von Profis für Profis entwickelt und ist speziell für erfahrene Trader mit hoher Handelsfrequenz gemacht, die Wert auf Kontrolle, Effizienz und Unabhängigkeit legen.

00:01:51: Die hat bei möglich privatern Legern den unmittelbaren Direktzugang zur Tradegate Exchange Europas liquidester Retail Börse.

00:01:58: Zu den App Features zählen Real-Time Watch Lists mit bis zu Hundertfünfzig Titeln, intelligente Ordertypen und Performance-Analysen auf institutionellem Niveau.

00:02:07: Mehr als siebentausend Aktien, drei tausend ETFs und tausende Mini-Futures sind über die App handelbar.

00:02:13: Außerdem bleibt der gesamte Handel dauerhaft kostenfrei und das auch bei neuen regulatorischen Vorgaben, die marktüblich ins Speziale dings können wie bei anderen auch anfallen.

00:02:22: Erleben Sie wie direkt der Börsenhandel im Hier und Jetzt funktioniert?

00:02:26: mit Tradegate Direct.

00:02:28: Mehr Informationen in den Show notes oder unter tradegate.direkt.

00:02:34: Wie dramatisch es um die Krimiindustrie steht, erklärte bereits im September, den Vorsitzenden des MDAX notierten Spezial-Klimikonzerns Langsays im Gespräch mit mir.

00:02:49: Hörste Zeit für ein BTO Refresh und mein Gespräch mit Matthias Zachath.

00:02:56: Bevor wir zu meinem Gespräch wir bei dieser Sache kommen, noch ganz kurz ein Update zu den Fakten.

00:03:02: Die Chemieindustrie war in diesen Tagen deutlich vermehrbar vor einem Knockout.

00:03:09: Der Branchenverband VCI, also der Verband der Chemieindustrie, schreibt in seinem Quartalsbericht folgendes.

00:03:22: Sieht für viele Vertreter der deutschen Chemie und Pharmaindustrie bitter aus.

00:03:26: Die wirtschaftliche Lage hat sich weiter verschlechtert.

00:03:29: Produktion, Preise und Umsätze gingen erneut zurück.

00:03:32: Die Kapazitätsauslastung blieb deutlich unter der Rentabilitätsschwelle.

00:03:36: Die Chemie leidet weiter unter einer schwachen Industriekonjunktur weltweiten Überkapazitäten und hohen Standortkosten.

00:03:43: Besorgniserregend ist die Schwäche der Branche im wichtigen Exportgeschäft.

00:03:47: Auf Märkten außerhalb Europas gingen die Umsätze deutlich zurück und das Europageschäft stagnierte.

00:03:52: Die Chemie profitiert immer weniger vom Wachstum in anderen Ländern.

00:03:56: Eine Besserung ist kurzfristig nicht in Sicht.

00:03:58: Im Gegenteil, die Geschäftserwartungen trübten sich ein.

00:04:01: VCI Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große-Entrup kommentiert, die Industrie taumelt Richtung Jahresende.

00:04:07: Gerade in der Chemie hakt es an allen Ecken.

00:04:09: Produktion, Umsatzpreise, Auslastung, alles steht im Minus.

00:04:13: Und woran konkret hakt es?

00:04:15: Die Kostenbelastung am Standort Deutschland war weiterhin hoch.

00:04:18: Beim Strom kam es sogar zu einem kräftigen Preisanstieg.

00:04:22: Der Börsenstrompreis kletterte um siebzehn Komma fünf Prozent auf mehr als achtzig Euro pro Megawattstunde.

00:04:27: Der Börsenpreis für Gas nahm zwar um knapp acht Prozent ab.

00:04:30: Allerdings fand dieser Rückgang bei den gewärtlichen Abgattepreisen der Industrie für Gas kaum wieder halt.

00:04:36: Diese gingen nur um knapp drei Prozent zurück.

00:04:38: Damit fiel die tatsächliche Kostenentlastung, die der Rückgang des Börsengaspreises suggeriert, für die Unternehmen deutlich gering aus.

00:04:45: Gleichzeitig blieben die Regulierungs- und Arbeitskosten auf hohem Niveau.

00:04:49: Auch bei den Steuern und Abgaben kam es zu keiner Entlastung.

00:04:52: Da die Unternehmen der Branche die hohen Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben konnten, führte die erhöhte Kostenbelastung nicht zu höheren Erzeugerpreisen im Gegenteil.

00:05:00: Angesichts der schwachen Nachfrage, der Überkapazitäten und des hohen Importdrucks gingen die Erzeugerpreise sogar erneut zurück.

00:05:07: Das bedeutet, dass die Unternehmen weniger verdienen oder sogar rote Zahlen schreiben.

00:05:13: Und im Ausland können sie auch immer weniger verkaufen, weil sie nicht mehr webbewerbsfähig sind.

00:05:18: Den Chemieunternehmen verhagelten die hohen Kosten am Standort die Geschäfte im Ausland.

00:05:23: Die Nachfrage nach teuren Chemieprodukten Made in Germany blieb zurückhaltend.

00:05:28: Auf dem Heimatmarkt Europa konnte die Chemie im dritten Quartal immerhin ihren Umsatz halten.

00:05:32: Auf den außereuropäischen Märkten musste sie jedoch kräftige Umsatzrückgänge verbuchen.

00:05:37: Hier wird deutlich, der deutschen Chemie gelingt es immer weniger vom Wachstum anderer Regionen zu profitieren.

00:05:43: Das führte zu der Einschätzung, die ich bereits vorhin zitiert habe.

00:05:47: Der Geschäftsführer des Verbandes Großer Entrop sagte, die deutsche Chemieindustrie taubelt dem Jahresende entgegen, die Auftragsbücher sind im Inland und im Ausland leer.

00:05:58: Die Chemieindustrie sei wieder auf dem geschäftlichen Niveau von uns hat.

00:06:02: fünfundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund zurückbekommen.

00:06:33: Die Chemieindustrie steht dabei symptomatisch für die ganze deutsche Industrie.

00:06:39: Im Oktober rutschte die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auf einen neuen Tiefpunkt, so eine Umfrage des Münchner IFO-Instituts.

00:06:49: Immerhin, ist es noch nie so, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit in den Ländern außerhalb der EU an Wettbewerbsfähigkeit eingeböst hat.

00:06:57: Zu viele waren es noch nie.

00:07:01: Und das passt ja zu meinen Aussagen in früheren Podcasts zum Thema China.

00:07:06: Besonders heftig hat es die energieintensiven Branchen erwischt.

00:07:10: In der bereits erwähnten chemischen Industrie gab mehr als die Hälfte der Unternehmen an, gegenüber internationalen Konkurrenten an Webbewerbsfähigkeit zu verlieren.

00:07:21: Bei den Herstellern von elektronischen und optischen Erzeugnissen waren es siebenundvierzig Prozent, im Maschinenbau vierzig Prozent.

00:07:30: Es ist das Ergebnis der jahrelangen Vernachlässigung des Standorts Deutschlands und zwar auf der einen Seite fehlende Investitionen und auf der anderen Seite eine immer höhere Abgabenlast und natürlich die Folgen der völlig verfehlten Energiepolitik.

00:07:47: Während andere Länder ihre Steuern gesenkt haben und ihre Energieversorgung auf eine sicherer und preisgünstige Basis gestellt haben, haben unsere Politiker sich irgendwo auf der Welt Präsentiert, als würden sie die Welt im Alleingang retten und haben mit der grünen Transformation und dem konstanten, immer größeren Testen der sogenannten Belastbarkeit der Wirtschaft letztlich die Grundlage gelegt vor einem beispiellosen Niedergang.

00:08:17: Das alles überrascht nicht.

00:08:20: Es war absehbar.

00:08:21: Es war absehbar im Jahr z.B.

00:08:22: in den Achtzehn, als ich das Märchen vom reichen Land geschrieben habe und es war absehbar, im Herbst, als ich mit Pazias Sachert, dem Forschungsvorsitzenden der Langsays AG, über die Chemieindustrie und den Standort Deutschland gesprochen habe.

00:08:39: Er hat an dieser Stelle klar gesagt, Deutschland droht der K.O Heute stehen wir diesem K.O.

00:08:46: sehr viel näher, vielleicht tauben wir bereits.

00:08:50: Deshalb, wie ich finde, höchste Zeit für ein BTO Refresh.

00:08:56: Unsere Welt ist ein Universum aus Impressionen, Wissen und Informationen.

00:09:00: Allein auf deinen digitalen Devices, in deinen Cloud-Accounts und auf deinen Sticks und Drives liegt mehr Content als du im Alltag verwerten kannst.

00:09:07: Jetzt stell dir vor, dieses Wissen wäre jederzeit intuitiv und smart für dich nutzbar.

00:09:12: Dann mach es einfach mit Acrobat.

00:09:14: Adobe Acrobat Studio schreibt die Regeln neu.

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00:10:15: Mehr Informationen in den Show Notes oder unter Adobe.com.

00:10:27: Bevor ich zu meinem Gespräch mit Matthias Sacher komme, noch dieser Hinweis für alle, die schon länger darüber nachdenken, ein Handelsblatt-Abo abzuschließen.

00:10:37: Zurzeit gibt es eine Aktion befristet bis zum achten Dezember.

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00:10:51: Mehr Informationen finden Sie unter handelsblatt.com-podcast-fünfzig oder natürlich wie immer auch in den Show-Notes zu dieser Ausgabe.

00:11:01: Doch nun zum BTO Refresh aus September XXII mit Matthias Sachat.

00:11:07: Matthias Zachert ist seit den Vorstandsvorsitzenden der Langsäß AG.

00:11:11: Von dem Jahr zwei-tausend vier bis zum Jahr zwei-tausend elf war er dort bereits Finanzvorstand.

00:11:16: Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann hat er Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunktfinanzen und internationales Management studiert.

00:11:23: Zachert war auch in leitenden Positionen unter anderem bei der Höchst AG und erwähnt das Pharma-Tätig.

00:11:28: Als Vorstandsvorsitzender hat er die strategischen Neuausrichtung von Langsäß vorangetrieben.

00:11:32: Dazu gehörte unter anderem die Trennung vom Couch-Up-Geschäft.

00:11:35: Sehr geehrter Herr Zacherth, ich freue mich ausgesprochen, Sie in meinem Podcast begrüßen zu dürfen und dass Sie sich Zeit für uns nehmen.

00:11:42: Lieber Stelter, es ist mir ein Vergnügen mit Ihnen hier in den Diskussionsstand einzutreten.

00:11:49: Herr Zacherth, bevor wir über die aktuelle Lage und über die Zukunft sprechen, würde ich gerne mal zurückspringen, um mal zu verstehen von Ihnen, Das Jahr, vor Corona, vor den ganzen Ereignissen.

00:12:01: Wie stand es da eigentlich um die deutsche Chemieindustrie und die Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie in Deutschland?

00:12:08: Zwei-tausend neunzehn, möchte ich betonen, war kein besonders starkes Jahr für die Industrie oder für die chemische Industrie insgesamt.

00:12:17: Wir hatten ja bereits im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr deutlich werden ließ.

00:12:47: Von daher kann man eigentlich sagen, dass es im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr- und Jahrzehnte im Jahr sind wir bis dato als Industrie gut unterwegs gewesen.

00:13:17: Die Schleifspuren werden allerdings jetzt sichtbar.

00:13:20: Und aus meiner persönlichen Perspektive glaube ich, dass die Industrie insgesamt dann in eine harte Rezession weltweit reinkommen wird und damit auch die chemischen etwas

00:13:31: drehen.

00:13:31: Die Frage, die natürlich für mich offen wichtig ist, ist die Frage immer nach dem Standort Deutschland.

00:13:36: Ich meine, gibt es ja immer eine Diskussion oder der Haarwerk betont es ja eigentlich fast in jeder Rede.

00:13:41: hatte denn die deutsche chemische Industrie vor Corona und vor dem Krieg jetzt einen Wettbewerbsvorteil.

00:13:47: Wir haben unsere Wirtschaft gebaut auf billigem Gas.

00:13:49: War das so?

00:13:50: Hatten die deutschen Firmen ein Vorteil durch die Pipeline nach Russland?

00:13:54: Ich

00:13:54: würde das etwas anders formulieren zu sagen, dass wir einen künstlichen Vorteil hatten.

00:13:59: Das teile ich so nicht.

00:14:00: Wir hatten sicherlich vor einigen Jahren den Vorteil, noch mehrere Energiequellen zu haben.

00:14:08: Und daher waren die Preise der unterschiedlichen Energiequellen im Wettbewerb.

00:14:13: So musste sich der Gaspreis natürlich auch gegen Kohle, Energieträger, Steinkohle, Braunkohle durchsetzen.

00:14:21: Wir hatten auch Nukleapower oder Atomkraftwerke, die noch das Netz einspeisten.

00:14:27: Und wir hatten erneuerbare Energien, die dann ebenfalls sukzessive hinzukommen sollten.

00:14:33: Das heißt, wir hatten unterschiedliche Energieträger, die in Europa in Wettbewerb standen und damit das Preisgefüge insgesamt erfreulich gestalteten.

00:14:45: Wir haben uns dann in Deutschland, insbesondere unter der Elgide Merkel und am Ende Merkel Altmaier, entschieden erstmal nach Turmkraft runterzufahren nach Fukushima, Damit hat das industriestärkste Land sich entschieden, von einem Energieträger Gänzlichabstand zu nehmen, was damit das Angebot reduziert an Stromquellen.

00:15:11: Und wir haben uns dann unter der Ägide Merkel, Altmaier, im Jahr zwanzig achtzehn entschieden, auch Kohle runterzufahren, obwohl hier Gewerkschaften und Industrie massivst davor gewarnt hatten.

00:15:26: Denn die Aussage war damals sehr deutlich von Gewerkschaft und Industrie, dass eine Industrienation Energieträger im Angebot braucht.

00:15:36: Und wenn diese nicht im Angebot sind und die Nachfrage bestehen bleibt, wird der Preis nach oben schnellen.

00:15:43: Genau das ist jetzt die Situation.

00:15:45: Und wenn wir heute auf den Energiemarkt schauen, ist natürlich der Strompreis und der Gaspreis vor zwei, drei Jahren im Vergleich zum jetzigen Gaspreis ein deutlich tieferer, aber wir vergessen, dass wir damals eine ganz andere Situation hatten.

00:16:04: Damals waren wir in einer Situation, wo es genug Angebot gab und wir sind immer noch nicht einsichtig genug festzustellen, dass wir jetzt alle Energieträger kurzfristig im Markt benötigen, damit der Bürger nicht die Zeche für eine viel geleitete Energiepolitik.

00:16:25: Das heißt, was immer wir an Energieträgern jetzt für den nächsten drei, sechs Monate in den Markt begeben können, ist gut, um durch eine gegenwärtige Hochpreisituation zu kommen.

00:16:36: Das gilt für die Bürger als auch für die Industrie.

00:16:39: Die chemische Industrie verbraucht ja auch sehr viel Gas im Produktionsprozess, um Dinge herzustellen, zumindest in so mein leidhaftes Verständnis.

00:16:46: War es denn da so, dass quasi Chemiefirmen am Standort Deutschland günstiger produzieren konnten als Chemiefirmen in den USA oder in China aufgrund des Zugangs zu russischem Gas?

00:16:56: Das ist nicht zutreffend, wenn Sie sich die chemische Industrie anschauen.

00:17:00: So kann man ganz klar sehen, dass die chemische Industrie in Amerika sehr stark fossilabhängig ist.

00:17:05: Auch dort wird mit Gas Strom erzeugt, allerdings dort mit Fracking Gas, wenn Sie sich den Gasindikator dort anschauen, das ist der HW-Index, der lag lange Jahre hinweg bei ungefähr fünf, sechs, sieben pro Einheit.

00:17:23: In Europa lag er, da gibt es den Indikator TTF bei zwischen fünf und fünfzehn.

00:17:31: Das heißt, der Gaspreis hier in Europa war schon leicht höher als in den USA.

00:17:36: Um zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig Prozent erlagt aber in einem Bereich, wo man immer noch wettbewerbsfähig miteinander in Konkurrenz treten konnte.

00:17:47: China ist sehr, sehr stark cola-pengig, von daher sehr stark CO-II-intensiv.

00:17:52: Und wir waren hier mit sehr billigen Preisen in China immer unterwegs.

00:17:56: Die Chinesen hatten dadurch insgesamt energietechnisch gesehen einen Wettbewerbsvorteil.

00:18:02: Von daher kann man nicht sagen, dass die chemische Industrie hier in einer künstlichen, vorteilhaften Situation war, sondern eher, dass wir als chemische Industrie einen sehr wettbewerbsintensives Angebotsumfeld hatten und damit akzeptable, aber keine künstlich reduzierten Preise.

00:18:18: Und jetzt kommt die Krise.

00:18:19: Jetzt kommt ja sehr enorme Kostenanstie.

00:18:22: Haben Sie überhaupt irgendwelche Hebel darauf zu reagieren?

00:18:25: oder sagen Sie, im Prinzip, da kommt eine Welle auf Sie zu, die Kosten steigen und Sie können eigentlich Es lässt sich das nur zu Lasten der Gewinner hinnehmen oder die Schäfte einstellen, weil sie keine Hebel haben.

00:18:36: Welche Hebel hat ein Unternehmen wie Lengsays generell oder die Branche generell, um auf diese gestiegenen Hochstoffkosten überhaupt zu reagieren?

00:18:43: Ja, ich werde erstmal auf die Industrie eingehen und dann vielleicht kurz auf unseren eigenen Konzernen.

00:18:48: Also erstmal auf die Industrie.

00:18:51: Was wir in den letzten sechs, zwölf Monaten gesehen haben, ist, dass die Industrie, chemische Industrie Insgesamt ein gutes konjunkturelles Umfeld gesehen hat.

00:19:03: Wir haben ja in den Jahr zwanzig, ein sehr starken Rebound der Industrie gehabt.

00:19:10: Überhitzung der Industrien, teilweise weil vieles, was in Corona nicht möglich war, nachgeholt wurde.

00:19:18: Irrwitzigerweise sind dann die Staatsprogramme, beispielsweise aus Europa, diese siebenundfünfzig Milliarden, die eigentlich antizyklisch greifen sollten.

00:19:29: Die sind dann aber prozyklisch in die Märkte gekommen.

00:19:32: Damit haben wir faktisch durch die staatlichen Interventionen, wie es oftmals in der Volkswirtschaftslehre auch geschrieben ist, dann die Inflation in den Jahr zwanzig, zwanzig, einundzwanzig nochmal beheizt.

00:19:46: Und von daher, was wir in der chemischen Industrie in einer solchen Situation haben, machen können.

00:19:51: Es gab eine starke Nachfrage.

00:19:53: Wir haben dann als Industrie insgesamt die hohen Energiepreise versucht, eins zu eins an Kunden weiter zu reichen.

00:20:01: Das bündete darin, dass sie in den Produktpreis anstiegen, Werte von zehn, zwanzig, dreißig Prozent gesehen haben, was ich als Vorstandsvorsitzender in den letzten zehn Jahren noch nie gesehen habe.

00:20:17: Wir mussten aber unsere Inputkost Inflation weiterreichen, was auf der Energie Seite insbesondere passierte.

00:20:25: Damit ist natürlich auch die Inflation beim Bürger angekommen.

00:20:30: Und das ist der erste Hebel.

00:20:32: Preise weiterreichen.

00:20:33: Das haben wir insgesamt gemacht.

00:20:34: Er würde ich ganz kurz nachfragen darf, nur weil Sie hatten vorhin ja gesagt, in der Auslandslage hat eine schiener leichten Kostenvorteil, die USA ein leichten Kostenvorteil in der Energie.

00:20:43: Jetzt ist der Energiepreisschock ja in Europa fokussiert.

00:20:45: Der ist in dem Maße überhaupt nicht in den USA.

00:20:47: Die haben immer noch frecklen Gas, deutlich.

00:20:49: Ich glaube, der Unterschied beim Gas liegt bei Faktor Zehenserzeit zu den USA.

00:20:53: Sie konnten es weitergeben.

00:20:54: oder haben Sie da Marktanteile verloren?

00:20:55: Jetzt redet nicht von Ihnen konkret, sondern hat die Branchen im Europäer Marktanteile verloren gegen diejenigen, die eben diesen Energiepreischock nicht hatten?

00:21:01: Ja, das war in der Tat eine Sondersituation.

00:21:04: Wir haben ja durch die Corona-Pandemie Disruptionen in den Lieferketten weltweit gehabt.

00:21:11: Und wir hatten in den letzten zwölf Monaten noch die Situation, dass die Logistikkapazitäten weltweit begrenzt waren.

00:21:19: In Zeitungen war die Rede von Ja, nicht nur Autobahn, die blockiert waren, Lkw-Fahrer, die nicht mehr fuhren, sondern das Hefen faktisch in einer Stau-Situation waren und von daher die Schiffe gar nicht entleert werden konnten, weil gar nicht die Möglichkeiten da waren.

00:21:37: Das heißt, die Lieferketten waren international unterbrochen.

00:21:41: Und wir haben de facto das erste Mal seit Jahren keine Wettbewerbsprodukte mehr aus China in großen Mengen in Europa gesehen oder aus USA in Europa gesehen, weil einfach die logistischen Kapazitäten gar nicht da waren.

00:21:56: Damit ist ein wesentliches Argument, was von den Zentralbanken propagiert wurde, in sich zusammengebrochen.

00:22:06: Die Zentralbanken propagierten in den letzten zwölf Monaten immer, dass die internationale Wettbewerbssituation dafür Sorge tragen wird, dass kein Preiseinstieg stattfinden wird.

00:22:20: Denn Preise, die in Europa angehoben werden, würden durch China, Mittlerer Osten Amerika wieder nach unten gedrückt werden.

00:22:28: Und was vergessen wurde von den Zentralbanken und auch insbesondere von der EZB, war das Faktum, dass die Lieferketten alle disruptiert waren.

00:22:39: Und das führte nun mal dazu, dass die Preise substanziell nach oben gegangen sind und damit inflationären Druck ausgelöst haben.

00:22:47: Und das ist von daher die Situation gewesen, die wir hier in Europa vorgefunden haben.

00:22:51: Die chemische Industrie hat einfach die Energiekosten weiter gereicht.

00:22:55: Jetzt kommt man allerdings in eine Situation, wo die Lieferketten wieder länger werden.

00:23:02: Wir kriegen Wettbewerb aus China, wir kriegen Wettbewerb aus USA wieder hier in Europa.

00:23:08: weil insgesamt die Lieferketten die Kapazitäten wieder da werden, die Märkte in China schwächer werden, von daher die Wettbewerber versuchen, an anderen Absatzmärkten vorstellig zu werden.

00:23:21: Und in einer solchen Situation wird die Industrie nicht mehr in der Lage sein, Preise weiter zu reichen.

00:23:25: Das heißt, wir müssen entweder die Kosten reduzieren, wir müssen entweder die Betriebe runterfahren, ansonsten werden wir mit den hohen Energiepreisen so nicht umgehen können.

00:23:36: Und das ist jetzt die zweite Phase, die eintreten wird.

00:23:40: Nach der Umsatzseite Preise weiterreichen wird die nächste Phase sein für viele Unternehmen, dass man die Produktion drosseln wird.

00:23:49: Wenn die Energiepreise jetzt über die nächsten eins, zwei Jahre länger auf dem Niveau bleiben werden, ist die dritte Phase da nicht die Betriebsschließung, sondern die Deindustrialisierung.

00:24:01: Deindustrialisierung bedeutet, dass nicht die Betriebe hier nur runtergefahren werden, sondern gleichzeitig in anderen Regionen die Kapazitäten geschaffen werden.

00:24:12: Und das ist dann eine Situation, wo die deutsche Industrie dann verloren hat.

00:24:17: Das wird dann nämlich langfristig zum massiven Arbeitsplatz abbauen kommen.

00:24:22: Das sind die Phasen, durch die wir gegenwärtig laufen.

00:24:25: Ich sage das heute in der Deutlichkeit, weil die Gewerkschaft und die Industrie- Es muss heute in der Deutlichkeit gesagt werden, damit in zwei, drei Jahren niemand sagen kann, ich habe es nicht gewusst.

00:24:39: Die Fakten legen auf den Tisch, jeder muss nur entsprechend diese analysieren und handeln.

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00:26:17: Am Stichwort E-Globalisierung, ich habe beim Anfang des Gesprächs, ich bin bewusst auf das Neunzen zurückgegangen, weil das Neunzen habe ich nämlich gesehen, dass bereits die Automobilindustrie sich sprach an, die hatten schon geschwächelt.

00:26:27: Ich habe aber auch gelesen, dass sie eben angefangen haben, außer hat Deutschland mehr zu produzieren als in Deutschland.

00:26:31: Also die Produktion in Deutschland ging zurück, außer Deutschland ist sie gewachsen.

00:26:35: Und sie hängen ja an ihren Kunden letztlich.

00:26:37: Ich meine, was beobachten sie denn mit ihren Kunden?

00:26:38: Sind ihre Kunden schon?

00:26:41: Verlagern die Produktion.

00:26:43: Katja schon früher stattgefunden, würde es jetzt weiter stattfinden, weil ich könnte vorstellen, Sie müssen ja letztlich auch irgendwo nah an Ihren Kunden produzieren.

00:26:49: Also sehen Sie, dass sich da Ihre Absatzmärkte sozusagen durch so eine Art Abwanderung aus Deutschland bereits verschieben.

00:26:55: Das

00:26:55: geht nicht so schnell.

00:26:57: Wir haben de facto durch Corona eine Tendenz gehabt, die in die Richtung ging von Globalisierung hin zur Regionalisierung.

00:27:08: Das heißt, auf die chemische Industrie bezogen, hatten wir viele Kunden, die beispielsweise in Indien oder China Rohstoffe versuchten, zu beziehen.

00:27:20: Das ist in vielerlei Hinsicht zurückgedreht worden.

00:27:24: Nicht gänzlich, aber man ist.

00:27:25: durch die Corona-Effekte oder durch die Verwerfungen, die auf den Rohstoffmärkten stattgefunden hat, sind viele Kunden von globalem Sourcing auf regionales Sourcing gegangen.

00:27:38: Und von daher, dass es ein Trend der letzten ein, zwei Jahre sichtbar war.

00:27:43: Jetzt

00:27:44: greift eine neue Situation.

00:27:46: Jetzt greift eine Situation, wo die Lieferketten, die hier europabasiert sind und auf Basis von europäischen Energiepreisen beginnen.

00:27:56: Diese Lieferketten führen zu extrem hohen Produktpreisen.

00:28:03: wird jetzt, wenn es längerfristig so anhalten wird, zu einer Umorientierung kommen.

00:28:08: Das geht aber nicht von heute auf morgen.

00:28:10: Da sind teilweise Produktspezifikationen, die man dann erst über sechs, zwölf, achtzehn Monate neu registrieren muss in Labor bei den eigenen Kunden.

00:28:22: Also das ist kein Prozess, der innerhalb von Tagen passiert.

00:28:25: Das wird ein Prozess sein, der in den nächsten ein bis zwei Jahren greifen wird.

00:28:30: Das heißt aber, jetzt komme ich auf den anderen Punkt zurück, wo Sie gesagt haben, Energiekosten sind ein entscheidender Faktor.

00:28:34: Sie sagen, es ist eine erhebliche Bedrohung, es ist ein akute Gefahr, wenn Energiepreise im heutigen Niveau bleiben.

00:28:41: Es wird aber erst im Phase III passieren, also ein bis zwei Jahre.

00:28:43: Das heißt, um das zu verhindern, müsste die Politik heute sehr glaubhaft Maßnahmen ergreifen, damit sie davon ausgehen können, dass die Energiepreise in zwei Jahren wieder auf einem normaleren Niveau sind.

00:28:55: Also ich spreche nicht von ein bis zwei Jahren.

00:28:57: Ich spreche bei der Deindustrialisierung von diesem Zeitraum zwei, drei Jahre.

00:29:05: Die Betriebe werden jetzt drunter gefahren und das geht durch die Kette.

00:29:08: Also das wird nicht in ein oder zwei Jahren stattfinden.

00:29:11: Das werden Sie jetzt in den nächsten drei, sechs, zwölf Monaten sehen.

00:29:14: Um mal Facken zu nennen.

00:29:16: Ammoniak.

00:29:18: Ich gehe davon aus, dass die meisten Ammoniak-Fabriken in Europa in den nächsten drei, sechs Monaten geschlossen werden und die Leute in Kurzarbeit gehen oder die Fabriken stillgelegt werden.

00:29:33: Ammoniak ist ein gasintensiver Prozess.

00:29:36: Das ist international gar nicht wettbewerbsfähig.

00:29:38: Ammoniak ist ein globales Produkt und von daher, wenn sie das in Europa herstellen, sind sie nicht mehr wettbewerbsfähig.

00:29:45: Wenn Sie das nachschauen, werden Sie jetzt bereits feststellen, dass in den letzten ein, zwei Monaten zahlreiche Ammoniaktfabriken geschlossen wurden.

00:29:54: Ich komme auf andere gasintensive Bereiche.

00:29:58: Caprolactan beispielsweise, auch ein wichtiges chemisches Vorprodukt.

00:30:02: Hier sind jetzt zwei Wettbewerber von uns in die Öffentlichkeit getreten, haben gesagt, sie schließen die Werke.

00:30:07: Das heißt, in zwei, drei Jahren ist die Deindustrialisierungsphase.

00:30:13: Das heißt, andere Unternehmen in anderen Regionen werden ihre Kapazitäten errichtet haben.

00:30:19: In den nächsten drei, sechs, zwölf Monaten werden Sie sehen, dass hier in Europa Werke schließen werden.

00:30:25: Wir sprechen dann über Arbeitsplatzreduktion.

00:30:29: Sie werden jetzt bereits in der Zeitung sehen, dass Papierhersteller, Glashersteller etc.

00:30:36: anfangen, Produktionsstätten zu schließen.

00:30:40: Diese Betriebsschließungen finden jetzt statt.

00:30:43: Deindustrialisierung, damit meine ich, in den anderen Regionen werden die Kapazitäten hochgefahren.

00:30:50: Wenn hier geschlossen wird, in anderen Regionen hochgefahren, die Kapazitäten hochgefahren werden, ist der Markt für Deutschland

00:30:57: weg.

00:30:58: Weil die anderen strukturellen Vorteile haben.

00:31:00: Dann sprechen wir über den strukturellen Arbeitsplatzverlust.

00:31:05: der da bleiben wird.

00:31:07: Und das gilt es von daher zu vermeiden.

00:31:09: Das ist mein ganz klare Appell.

00:31:11: Das heißt, wir müssen in den nächsten sechs, zwölf Monaten nicht nur die Bürger, sondern auch die Industrie durch diese Energiepreisexplosion bringen, damit das wieder auf ein normales Niveau kommt.

00:31:23: Denn zurzeit sind die Preise einfach panisch unterlegt.

00:31:28: Wir müssen wieder auf ein normaleres Niveau kommen.

00:31:31: damit wir nicht die De-Konsolidierung oder die De-Industrialisierung unserer Industrie selber hier fördern.

00:31:39: Wir müssen da ganz klar auf politischer Seite gegensteuern.

00:31:42: Ich will jetzt nicht zu politischen Aussagen verführen, aber ich persönlich würde jetzt sagen, ich persönlich würde sagen, die Bundesligierung hat unter Umstände dramatisch noch nicht so ganz erkannt, wenn ich ihn so zu höre.

00:31:52: Vor allem war meine Frage ja auch wäre, wenn jetzt die Wenn eine wichtige chemische Prozesse nicht mehr in Deutschland stattfindet oder eine energieintensive Produktion, die mehr stattfindet, dann strahlt er auch ab auf Folgeprozesse, auf deren Kunden auch hinterher.

00:32:03: Das ist doch eigentlich was, was nicht nur vereinzelter Nebenbetriff, sondern was er dann quasi ausstrahlt auf die gesamte Produktion in Deutschland.

00:32:10: Also die chemische Industrie steht ja am Anfang der Wertschöpfungskette.

00:32:15: Das heißt, wir liefern an alle anderen Industrien rein.

00:32:19: Wenn die chemische Industrie in Europa nicht mehr verankert ist, entziehen sie damit faktisch die Grundsubstanzen aller anderen Industrien und begeben alle anderen Industrien in eine Abhängigkeit, die wir jetzt beim Gas gerade verhindern wollen.

00:32:36: Also das heißt, wenn wir es zulassen, dass die chemische Industrie in Europa die Wettbewerbsfähigkeit verliert.

00:32:43: und damit wir vom Ausland abhängig sind, ist es nicht nur Was Nachhaltigkeitskriterien betrifft, absoluter Schwachsinn.

00:32:50: Denn wenn die chemische Industrie aus Europa nach China geht, geht sie an Kohle.

00:32:56: In USA geht sie an fossile Energieträger, Gas, Fracking oder Öl.

00:33:02: Also dem Klima ist damit in keinster Weise geholfen.

00:33:05: Die Wertschöpfung in Europa wird verloren gehen.

00:33:08: Und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit anderer Industrien und die Abhängigkeit werden hiermit Abhängigkeit erhöht, Wettbewerbsfähigkeit reduziert.

00:33:18: Das wäre also wieder ein richtiger Schlag ins Kontor und eine richtig dämliche Industriepolitik.

00:33:25: Und ich hoffe, dass das erkannt wird.

00:33:27: Sie haben ja eingangs im Gespräch gesagt gehabt, naja, wir haben bewusst auch eine Energiepolitik betrieben, wo wir uns an einigen Sachen verabschiedet haben, Kernenergie und auch Kohle angefangen haben.

00:33:36: Jetzt sagt ja die Bundesregierung ganz laut, ja, wir setzen auf die sogenannten Anführungsstriche Freiheitsenergien, also Fotovoltaik und Wind und damit werden wir in Zukunft kostengünstig das Land versorgen.

00:33:46: Ich meine, aus Ihrer Sicht ist es denkbar, die deutsche Industrie mit der Neubahnenergien zu versorgen.

00:33:52: Das ist definitiv ein... Zielzustand, dem man mehr und mehr näher kommen wird.

00:34:01: Er reicht aber als einzige Energiequelle so nicht aus.

00:34:04: Also ich möchte nur mal das Beispiel geben, wenn ein guter deutscher Bürger nachts, Mitternachts das Licht anmacht.

00:34:16: Da scheint keine Sonne und wenn auch kein Wind weht, dann wird das Licht nicht angehen.

00:34:23: Das heißt, wir brauchen auch Basisenergie, Basisenergie-Träger.

00:34:29: Und wenn diese Basisenergie-Träger nicht da sind, das kann in Zukunft Wasserstoff beispielsweise sein.

00:34:35: Das können andere Energiequellen sein, aber die gilt es erst mal aufzubauen.

00:34:38: Und solange die nicht aufgebaut werden oder noch aufgebaut sind, sind wir von anderen Basisenergie-Trägern abhängig.

00:34:47: Das war vor dem Aggressionskrieg des Massenmörders Gas.

00:34:52: Das wurde als alternative Überbrückungsenergie-Träger gesehen.

00:34:58: Jetzt stellen wir fest, wenn wir auf Gas setzen, dann sind wir in einer brutalen Abhängigkeit.

00:35:04: Jetzt kommen wir darauf zurück, dann brauchen wir andere Basisenergie-Träger und das wäre dann Kohle, das wäre dann Atomstrom.

00:35:13: Aber da predigen wir ja momentan offensichtlich, nein, wir gehen auf erneuerbare Energien.

00:35:20: Uns macht es dann aber nichts aus, Atomstrom aus Frankreich zu beziehen und Kohlestrom aus Polen zu beziehen.

00:35:29: Also wenn das die Scheinheiligkeit ist, die wir uns als moralische Werte zugrunde legen, dann, glaube ich, sind wir im falschen Film.

00:35:41: Was soll denn das Start machen?

00:35:42: Ich meine, sollen wir subventionieren?

00:35:45: Den den den den Energieverbrauch für die Industrie?

00:35:47: sollen wir sozusagen quasi staatlich das runtersäckeln?

00:35:50: sollen wir quasi im privaten Sektor bei den privaten Halten rationieren um eben bestimmte Schlüsse Industrie zu schützen?

00:35:57: weil sie haben wir haben beide.

00:35:58: ich glaube es sieht es klar.

00:35:59: aber die Frage ist natürlich schon wie kann man es realisieren?

00:36:01: weil auch wenn wir Topkraftwerke morgen anwerfen und die alle weiter laufen lassen und wir sind noch sechs Monate länger bin ich wo ich fühle ich sehr explizit bin dauert das ein bisschen und wir wahrscheinlich nicht ausreichend beitragen auf die kurze Sicht.

00:36:12: Ich bin kein Freund davon jetzt zu sagen, wir müssen alle Atomkraftwerke anwerfen, sondern ich bin ein Freund davon, dass wir sagen, was jetzt da ist, muss weiter laufen.

00:36:24: Dass wir aus der Atomkraft aussteigen, wenn wir die Möglichkeit haben, Atomkraft durch erneuerbare Energien zu ersetzen und andere Basisträgerenergien als Vorsorge im Netz auch zu haben, dann können wir aus Atomkraft raus.

00:36:41: Aber es muss eben ausgewogen sein.

00:36:42: Wir dürfen keine Energiepolitik dogmatisch oder parteipolitisch vertreten.

00:36:47: Wir müssen jetzt das Beste fürs Land, das Beste für den Bürger herbeiführen.

00:36:52: Und da ist meiner Meinung nach es wichtig, dass wir in den nächsten sechs bis zwölf Monaten alle Energieträger, die noch zur Verfügung sind, auch im Stromnetz beläst.

00:37:04: Wenn man's dann schafft, andere Energieträger, neuerbare Energien, Photovoltaik etc.

00:37:09: hochzufahren, bei immer noch ausreichender Basisträger-Energie, dann ist alles in Ordnung, da kann man auch eine Turmkraft runterfahren.

00:37:16: Das ist mein ganz klares Betitum und von daher hoffe ich, dass wir in diese Energierichtung einschlagen werden.

00:37:24: Generell, wenn Sie auf den Standort Deutschland blicken.

00:37:27: Ich meine, ich könnte die Frage so formulieren, wenn Sie heute auf der grünen Weltkarte einen Energieindustrie aufbauen würden.

00:37:33: Würden Sie in Deutschland aufbauen?

00:37:34: Wäre die erste Frage beziehungsweise, wenn Sie das antworten sollten, nein.

00:37:38: Was wären die Voraussetzungen, die wir eigentlich im Umfeld haben müssten, damit langfristig die Branche eine Zukunft hatte in Deutschland?

00:37:44: Außer Energie, die haben wir gerade diskutiert.

00:37:47: Ja, die erste Antwort stellte es ganz einfach.

00:37:51: Sie lautet nein.

00:37:53: Und die zweite Antwort ist... Die Welt schaut auf Deutschland mit Respekt, weil wir eine starke Wirtschaft und Industrienation sind.

00:38:05: Wieso sind wir das?

00:38:07: Weil wir es geschafft hatten vor fünfzighundert Jahren, in vielerlei Hinsicht starke Standortfaktoren zu haben.

00:38:19: Und die Standortfaktoren waren gute Infrastruktur, gute Beschäftigung, Gutes politisches Wesen, wo eben auch Entscheidungen in der Administration schnell getroffen wurden.

00:38:36: Die Administration und die politische Stabilität galten in Deutschland als Hüsterstandard.

00:38:45: Und zudem hatten wir eine sehr, sehr gute technologische Basis.

00:38:50: Und auf diesen Standortfaktoren hat sich die Industrie in Deutschland niedergelassen und sie wurde stark.

00:38:58: höchster Prosporität geführt, dass eben wir einen Wohlstand hier im Lande haben, um den uns viele beneiten.

00:39:06: Heute, ich meine, Energiekosten haben wir erwähnt, Infrastruktur, also es gibt ja lauter Brücken, die nicht mehr befahrbar sind, Autobahnen, die zerbröseln, Bahnnetzwerke, die nicht funktionieren, also Infrastrukturfragezeichen, Energief.

00:39:27: Fragezeichen.

00:39:29: Administration, wo sind Genehmigungsprozesse bei uns, die schneller laufen als im Ausland?

00:39:36: In Deutschland dauert das bis zu zwei, mindestens zwei, wenn nicht gar sieben Jahre.

00:39:42: Da braucht man gar nicht erst zu planen.

00:39:44: Da sagen meine Ingenieure, da ist die Entscheidung schon längst von anderen Wettbewerbern gefallen, also von daher Standortfaktoren.

00:39:52: müssen hier für Deutschland wieder überzeugen.

00:39:55: Und da müssen wir eben an den unterschiedlichen Standortfaktoren ansetzen, die mal für Deutschland ein Asset waren.

00:40:02: Heutzutage leben wir von unserer Substanz.

00:40:06: Und wenn wir auf das Deutschland von heute schauen, wir haben in den letzten zehn, zwanzig Jahren von ohne Substanz gelebt.

00:40:13: Wenn wir jetzt nicht anfangen, wieder die Substanz zu stärken, zahlt die nächste Generation und die danach folgende Generation Die Zeche.

00:40:23: Und dann ist unsere Generation dem leider nicht gerecht geworden, dem sie gerecht werden sollte.

00:40:29: Herzahat.

00:40:30: Leider muss ich Ihnen dazustimmen.

00:40:32: Vielen herzlichen Dank für Ihre Zeit, den Einblick in Ihre Branche, in Ihre Unternehmen.

00:40:36: Es ist eine große Herausforderung und viel Erfolg.

00:40:38: Vielen herzlichen Dank für Ihre Zeit.

00:40:39: Vielen

00:40:40: Dank.

00:40:40: Wir arbeiten daran.

00:40:41: als Team und als Konzern sind wir schon durch einige Krisen gut gefahren, gesteuert.

00:40:46: Und das machen wir auch dieses Mal.

00:40:48: Danke für das Gespräch.

00:40:51: soweit der BTO Refresh mit Matthias Sachert.

00:40:56: Ich freue mich sehr, dass Sie auch in dieser Woche wieder mit dabei waren.

00:41:00: Wahrscheinlich geht es Ihnen so wie mir, es ist ziemlich frustrierend zu hören, dass das, was wir alle gerade erleben, schon Jahre im Voraus sichtbar war.

00:41:10: Höchste Zeit also, dass unsere Politik endlich handelt.

00:41:14: Wir hören uns wieder, am kommenden Sonntag hoffe ich, zu einer neuen Ausgabe vom BTO.

00:41:20: Bis dahin.

00:41:20: wird geht alles Gute.

00:41:23: Ihr Daniel Stelter.

Über diesen Podcast

bto – beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter. Der Ökonom und Strategieberater bringt Wirtschaft und Finanzen auf den Punkt. Unverblümt und unabhängig gibt Stelter pointierte Antworten auf die Wirtschaftsfragen unserer Zeit. Featured by Handelsblatt.

von und mit Dr. Daniel Stelter

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