Geldpolitik in Geiselhaft

Shownotes

Auf die Frage, wohin sich die Realzinsen entwickeln (#437), folgt eine politische Frage: Was geschieht, wenn hoch verschuldete Staaten die Finanzierungskosten nicht mehr ohne Konflikte tragen können? Günstigeres Geld kann Zeit verschaffen. Es kann aber auch den Anreiz verstärken, notwendige Reformen aufzuschieben und die Kosten auf Gläubiger und Sparer zu verlagern.

Eine aktuelle Einordnung unterscheidet fiskalische Dominanz von finanzieller Repression und erklärt, warum nominale Rückzahlung nicht automatisch den Erhalt der Kaufkraft bedeutet. Die historische Forschung der ehemaligen Weltbank-Chefökonomin Carmen Reinhart und der IWF-Ökonomin María Belén Sbrancia liefert dazu den Hintergrund. In der Studie stellen sie zwar fest, dass Inflation Schulden entwertet, entscheidend sei aber die Kombination aus Inflation, politisch oder regulatorisch gedrückten Zinsen und einer Anlegerbasis, die Staatsanleihen halten muss oder kaum Alternativen besitzt. Erst diese Kombination macht aus Inflation ein dauerhaft wirksames Instrument zum Schuldenabbau.

Der Gründer des unabhängigen Analysehauses Forest For The Trees, Luke Gromen, diskutierte in Folge #252 „Auf Messers Schneide” mit Daniel Stelter die amerikanischen Staatsschulden, die Rolle ausländischer Anleger, die möglichen Folgen für die Geldpolitik und die Hoffnung auf höhere Produktivität. Zeit für ein bto REFRESH.

Hinweis
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Hörerservice
Studie The Liquidation of Government Debt (Januar 2015) von Carmen M. Reinhart und M. Belen Sbrancia, IWF Working Paper, mit historischer Analyse finanzieller Repression: https://t1p.de/iscx0

Luke Gromen und Forest For The Trees (FFTT LLC): Profil und Arbeitsweise des unabhängigen Finanz- und Makroforschungsunternehmens: https://t1p.de/36snn

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